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Stundenlange Löscharbeiten : Feuer in Bordesholm: Reetdachhaus in Flammen

vom
Aus der Onlineredaktion

Schwerer Einsatz für die Feuerwehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das Löschwasser perlte einfach am Reet ab.

Bordesholm | Es war ein echter Knochenjob, und er zog sich über etliche Stunden hin: Ein Großaufgebot der Feuerwehr hat in der  Nacht zu gestern  unter erschwerten Bedingungen den Brand eines Reetdachhauses in Bordesholm  bekämpft. Zwar wurde das Gebäude sehr stark beschädigt, ein Totalschaden konnte aber offenbar verhindert werden.  Doch zurzeit ist das Haus wegen des massiven Wassereinsatzes nicht bewohnbar.

Die Bewohner hatten gegen 19 Uhr starke Qualmbildung bemerkt. Vermutlich war in der Nähe des Schornsteins ein Schwelbrand entstanden.  Unterstützt von Nachbarn unternahm  ein 32-Jähriger   mit einem Gartenschlauch erste Löschversuche, kletterte dazu sogar aufs Dach. Die Aktion wurde schließlich wegen zu großer Gefahr und Aussichtslosigkeit abgebrochen. Kurz darauf traf auch schon die Feuerwehr ein.

„In Spitzenzeiten  waren 120 Feuerwehrleute  vor Ort“, erklärte  der Bordesholmer Feuerwehrchef Bernd Christensen.  Weil die Zahl der Atemschutzträger nicht ausreichte, wurden weitere Wehren alarmiert, so dass schließlich die Feuerwehren aus Bordesholm, Wattenbek, Brügge, Grevenkrug, Hoffeld, Mühbrook und Schmalstede im Einsatz waren.      Auch die Profis standen vor einer schwierigen Aufgabe, denn das Löschwasser perlte an den oberen Schichten des Reets ab, die eigentlichen Glutnester waren kaum zu erreichen. Deshalb begann man, die Dachbedeckung  auseinanderzureißen – eine sehr anstrengende und auch schmutzige Arbeit – eine Mischung aus Ruß und Wasser legte sich über die gesamte Ausrüstung und Bekleidung. Dabei wurde vom Arbeitskorb einer Drehleiter sowie von Anlegeleitern aus gearbeitet. Wegen der teilweise starken Qualmentwicklung mussten die Einsatzkräfte ständig Atemschutz tragen.  Die Berufsfeuerwehr Neumünster schickte einen Gelenkmast mit Arbeitsbühne. Auch mit einem Innenangriff vom Dachboden aus versuchte man,  der Situation Herr zu werden.

 Der Einsatz dauerte bis weit in die Nacht, eine Brandwache blieb noch bis gestern Morgen um 9 Uhr  vor Ort.  Insgesamt war die Bordesholmer Wehr  17 Stunden im Einsatz. Ein Bewohner  kam mit leichter Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus nach Neumünster, konnte dieses aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

 Der Bereich um die Brandstelle an der Kirchhofsallee war weiträumig abgesperrt. Die Kriminalpolizei begann noch in der Nacht mit ersten Ermittlungen zur Brandursache. Den Schaden schätzt die  Polizei auf 50 000 Euro.

 

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erstellt am 20.Apr.2015 | 07:47 Uhr

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