Krankenhaus Neumünster : FEK-Neubau: Kosten laufen aus dem Ruder

Die Kosten   für den Neubau des FEK laufen aus dem Ruder –  Das Luftbild von 2013 zeigt links vom Altbau das neue Bettenhaus, dahinter die erste Hälfte des Querbaus und rechts davon den „alten Neubau“ aus den 70er-Jahren, der bis 2018 abgerissen werden soll. Unten ist der Sachsenring, links die Boostedter Straße zu sehen.
Die Kosten für den Neubau des FEK laufen aus dem Ruder – Das Luftbild von 2013 zeigt links vom Altbau das neue Bettenhaus, dahinter die erste Hälfte des Querbaus und rechts davon den „alten Neubau“ aus den 70er-Jahren, der bis 2018 abgerissen werden soll. Unten ist der Sachsenring, links die Boostedter Straße zu sehen.

Nachträgliche Planänderungen und gestiegene Baupreise treiben die Kosten des Millionen-Projekts Friedrich-Ebert-Krankenhaus immer stärker in die Höhe – nun soll deutlich abgespeckt werden.

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14. Juli 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Der zweite Bauabschnitt des Friedrich-Ebert-Krankenhauses in Neumünster wird komplett neu geplant und muss voraussichtlich abgespeckt werden. So wie er ursprünglich geplant war, ist er nicht zu bezahlen. Das erklärte FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen jetzt auf Anfrage.

Die Feinplanung des zweiten Bauabschnitts (2. BA, von 2015 bis 2018) hatte Anfang des Jahres deutliche Kostensteigerungen ergeben: Sie klettern von 59,2 auf 76,5 Millionen Euro. Damit liegt das ganze Projekt bei mittlerweile mehr als 150 Millionen Euro. Der erste Ansatz aus dem Jahr 2007 lag bei 97,6 Millionen Euro. Alfred von Dollen nennt mehrere Gründe. Der Baupreisindex ist über die lange Bauzeit um 5 Millionen Euro stärker gestiegen als geplant. Die Pläne sind mehrfach nachträglich geändert und erweitert worden, weil mehr Betten nötig geworden sind, weil gesetzliche Auflagen verschärft wurden und ein moderner Hybrid-OP gebaut wird (6 Millionen Euro zusätzlich).

Wegen der steigenden Belegungszahlen bräuchte die Klinik eigentlich zwei Stationen mehr, als 2006 kalkuliert wurden. „Ein weiterer Punkt ist ein im Jahr 2006 zu gering kalkulierter Kostenansatz mit rund 5,3 Millionen Euro“, sagte von Dollen. Der Fehler sei nicht im FEK passiert, sondern bei beauftragten Unternehmen.

Anfang 2015 sollte eigentlich der 2. Abschnitt begonnen werden, aber das ist wohl nicht mehr zu schaffen. „Wir müssen zusammen mit den Architekten eine günstigere Lösung finden“, sagte von Dollen. Die Kosten müssten irgendwie sinken. Die Stadt hat kein Geld, das Kieler Sozialministerium schießt keine zusätzlichen Millionen in den Bau – und das FEK selbst kann die Zusatzkosten auch nicht mehr stemmen.

Die Gesellschafterversammlung des FEK hat auch den Finanzrahmen für den ersten, noch laufenden Bauabschnitt von 71,2 auf 77 Millionen Euro erhöht. In nicht öffentlicher Sitzung wurde das Thema auch in der Ratsversammlung diskutiert. „Wir haben jetzt noch einen Puffer von 3 Millionen Euro eingeplant“, sagte von Dollen. Den Neubau habe bislang das FEK allein gestemmt, sagte der Geschäftsführer: „Die Stadt hat keinen Cent dazu gezahlt.“

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