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Großflecken : FEK-Mitarbeiter streiten für ihre Klinik

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Protestaktion für die finanzielle Sicherung der Krankenhäuser. Einigkeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:48 Uhr

Neumünster | Im strömenden Regen standen die Mitarbeiter im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) und des Psychiatrischen Zentrums Rickling am Sonnabend auf dem Großflecken, um auf die finanzielle Notlage der Krankenhäuser aufmerksam zu machen. 20 Verbände und Organisationen hatten zu einer landesweiten Protestaktion aufgerufen und Unterschriften gesammelt, um "Druck auf die Politik" auszuüben, wie Jörg Klaenhammer, der FEK-Betriebsratsvorsitzende, sagte.

Laut Klaenhammer schreiben immer mehr Krankenhäuser rote Zahlen, weil die niedrigen Vergütungen der Krankenkassen die hochwertige, vollstationäre Patientenversorgung nicht mehr gewährleisten. Gemeinsam mit FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen schilderte er die Situation: "Wir haben keine Reserven mehr. Jede Kostensteigerung etwa bei den Tarifen oder für Energie führen zu Einsparmaßnahmen, die Belegschaft und Patienten gleichermaßen treffen", so von Dollen.

Klaus von See, der Ricklinger Geschäftsführer sagte: "Die Zitrone ist ausgequetscht, mehr geht nicht." Es bedarf einer exakten Gegenfinanzierung der normalen Kostenentwicklung, ergänzte Klaenhammer. Er fordert eine "echte Reform der Krankenhausfinanzierung", so wie sie 2009 von der schwarz-gelben Koalition angekündigt, aber nie umgesetzt worden sei.

Ein Kernpunkt dabei sind die je nach Bundesland unterschiedlichen sogenannten "Basisfallwerte", nach denen medizinische Leistungen pauschal abgerechnet werden. In Bayern etwa liegen diese Werte deutlich höher als in Schleswig-Holstein. "Hätten wir einen Basisfallwert wie in Bayern, hätten wir 2,5 Millionen Euro mehr im Jahr und keine finanziellen Sorgen", so von Dollen. Weiter erwarten die Klinikleitungen eine Gegenfinanzierung der tatsächlichen Steigerung bei den Personal- und Sachkosten.

"Die wirtschaftliche Stabilität der Krankenhäuser, die medizinisch-pflegerische Leistungsfähigkeit sowie motivierende Arbeitsbedingungen sind ohne beherztes Eingreifen der Politik in Gefahr", heißt es in der Allianz der Krankenhäuser, die den Protest organisierte. Nun hoffen die Beschäftigten, dass eine entsprechende Entschließung des Bundesrates vom Oktober 2012 "endlich umgesetzt" wird. "Die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter werden kein Verständnis dafür zeigen, wenn sie erneut vertröstet werden und sich die Situation weiter zuspitzt", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

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