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Herzuntersuchung : FEK hat den modernsten Tomographen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein neues Gerät erlaubt ein besonders schonendes Verfahren zur Untersuchung der Herzkranzgefäße.

Neumünster | Herzerkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache. Am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) hilft jetzt ein neues Verfahren, Risikopatienten viel früher zu identifizieren und so vor dem Herzinfarkt zu bewahren. Möglich macht das ein etwa eine Million Euro teurer Cardio-Computertomograph (CT) der neuesten Generation.

„Der neue Computertomograph hat eine sehr breiten Detektor und kann das ganze Herz mit einer einzigen Umdrehung sehr detailgenau darstellen und aufnehmen“, erläuterte Professor Dr. Thomas Jahnke, der Chefarzt der Radiologie im FEK. Das sei wichtig, da das Herz nur in seiner Erschlaffungsphase für einen winzigen Moment still stehe, so Jahnke. Das Cardio-CT erkenne diesen Moment und mache dann die Aufnahmen.

Weiterer Vorteil: Die kürzere Zeit in der „Röhre“ sorgt für eine sechs- bis siebenfach geringere Strahlenbelastung. „Wir können das Verfahren mit besserem Gewissen anwenden“, so Jahnke.

Die genaueste Methode zur Untersuchung der Herzkranzarterien bleibt aber auch weiterhin der Herzkatheter. „Das ist der Goldstandard“, sagte der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Professor Dr. Andreas Schuchert. Doch das Verfahren habe einen Haken: Der Katheter wird über die Beinleiste eingeführt. Das birgt das Risiko einer Gefäßverletzung.

Beim neuen Verfahren mit dem Cardio-CT wird das Kontrastmittel dagegen über eine Armvene eingespritzt. Das ist wesentlich einfacher, und die Patienten können direkt nach der Untersuchung aufstehen.

Das Cardio-CT ist damit zur Risikoabklärung, etwa bei Patienten mit atypischen Brustschmerzen, geeignet und Verfahren wie einem Belastungs-EKG deutlich überlegen. Man könne so einen Verdacht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße gut abklären. „Nicht geeignet ist es für Patienten mit einem akuten Herzinfarkt. Da muss sowieso ein Herzkatheter gesetzt werden“, sagte Andreas Schuchert.

Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus ist nicht die einzige Klinik in Schleswig-Holstein, die einen Cardio-Computertomographen einsetzt. Das machen auch die Universitätsklinik in Kiel und Lübeck oder auch Bad Segeberg. „Aber wir haben das modernste Gerät“, sagte Schuchert und lobte die gute Kooperation mit der Imland-Klinik in Rendsburg. Beide Häuser haben ihre Highend-Geräte und Computer gemeinsam ausgeschrieben und konnten so Kostenvorteile erzielen.

Und noch ein Alleinstellungsmerkmal gibt es: „Wir machen die Untersuchung in enger Abstimmung von Kardiologen und Radiologen. Die Aufnahmen werden also gemeinsam ausgewertet. Unter den Schwerpunktkrankenhäusern sind wir damit die einzigen“, sagte Andreas Schuchert.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 08:15 Uhr

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