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Verkaufsoffener Sonntag : Fehlende Köpfe und klingende Kassen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der erste verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr bot ein spektakuläres Programm. Besucher-Andrang lag auf dem Vorjahres-Niveau.

Neumünster | Der kleine Junge versteckte sich gestern auf dem Großflecken schnell hinter dem Rücken seiner Oma, als der adrett gekleidete Herr und die Dame mit dem Leoparden-Outfit und dem Hündchen in der Handtasche auf ihn zukamen, um ihm die Hand zu geben. Kein Wunder: Beide hatten keine Köpfe. Gemeinsam mit der Stelzenläuferin Sol waren die „Kopflosen“ von der Perfomance-Gruppe „Dulce Compania“ aus Berlin beim ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres die Hingucker. Tausende Besucher erlebten zudem die Deutschlandpremiere von Feuerroboter Robert.

Unter dem Motto „Winterzauber“ hatte Citymanager Michael Keller ein abwechslungsreiches Programm mit Feuer-Shows, Jazz, künstlerischen Elementen und einigen Schausteller-Buden auf die Beine gestellt. Höhepunkt war dabei der Auftritt von Ulrich Kahlert (52), Künstlername Ulik, aus dem Elsass. Der gebürtige Bayer hat sich seit zehn Jahren als Maschinen-Komiker einen Namen gemacht, arbeitet unter anderem für das Disneyland in Paris oder das Wintergarten-Varieté in Berlin. In Neumünster präsentierte er nach der Weltpremiere in Frankreich im Dezember nun zum ersten Mal in Deutschland seine neuste Errungenschaft: den Feuerroboter Robert. Der ursprünglich für die Automobilindustrie in Holland produzierte Industrieroboter kam nie in der Produktion zum Einsatz. „Ich konnte ihn daher günstig kaufen und habe ihn dann selbst umgebaut“, erzählte Ulik. Das 2,8 Tonnen schwere Gerät mit der brennenden Kugel auf einem neun Meter hohen Stab faszinierte die Besucher in drei Shows. Ebenfalls dreimal zeigten die Feuer-Künstler der Truppe „Iluminati Spectaculare“ aus der Lüneburger Heide ihr Können. Die Michael-Weiss-Jazzband sorgte zwischen den Auftritten für fetzige Rhythmen.

„Ich bin mit dem gesamten Verlauf sehr zufrieden“, sagte Michael Keller. Seine Autokennzeichen-Analyse ergab, dass diesmal mehr Plöner in die Stadt kamen, dafür weniger aus den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde.

Der Handel zeigte sich ebenfalls insgesamt zufrieden. „Das war traditionell der beste Sonntag des ganzen Jahres“, jubelte Philip Brügge, Geschäftsführer von Küchen- und Möbel-Brügge. Auch bei Nortex am Grünen Weg war der Parkplatz laut Geschäftsführerin Ingrid Först voll. Allerdings seien weniger Leute unterwegs gewesen als an den anderen Sonntagen. „Jetzt haben Schnäppchenjäger Saison. Aber die reduzierten Teile sind nach der Schlussverkaufs-Phase im Januar auch schon ausgesucht“, sagte sie. Gut 18  000 Besucher und damit etwas weniger als zum „Winterzauber“ im Vorjahr verzeichnete die Holsten-Galerie in der Innenstadt. „Ich bin dennoch zufrieden. Das Parkhaus war gut ausgelastet und die Geschäfte waren voll“, sagte Center-Managerin Mailin Huljus. Karstadt-Filialleiter Thomas Diebold schloss sich der positiven Meinung an: „Konfektionen und auch Haushaltswaren liefen gut. Der Sonntag war besser als der im Frühjahr. Allerdings sind die Sonntage im Spätherbst für uns immer noch die besten.“

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erstellt am 06.Feb.2017 | 06:30 Uhr

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