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Ausstellung : Faszinierende Reise durch den Körper

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Ausstellung „Echte Körper - von den Toten lernen“ zeigt mehr als 200 Exponate auf dem Gelände der Holstenhallen.

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erstellt am 02.Okt.2015 | 09:30 Uhr

Neumünster | Die Reaktionen der Besucher reichten von „makaber und erschreckend“ bis „hochinteressant und faszinierend“: Seit gestern ist auf dem Gelände der Holstenhallen die Ausstellung „Echte Körper – von den Toten lernen“ zu sehen. Zahlreiche Besucher und mehrere Schulklassen strömten bereits am Vormittag zum Start in die mobile Ausstellungshalle.

Hartmut Herbst, Lehrer an der Klaus-Groth-Schule, war mit Schülern aus seinem Geschichtsprofil gekommen: „Der Vorschlag kam nicht von mir, sondern von den Schülern selbst, und ich war sofort offen für diese Idee. Wir beschäftigen uns im Biologieunterricht mit dem Thema Evolution und freuen uns, dass wir die Chance haben, uns diese Ausstellung anzusehen.“

Mehr als 200 Exponate aus konservierten menschlichen Körpern und Organen sollen den Besuchern anatomisches Wissen vermitteln. Von der bekannten Ausstellung „Körperwelten“ des Plastinators Gunther von Hagens wollen sich die Macher von „Echte Körper“ bewusst abgrenzen. „Wir verzichten auf reißerische, unnatürliche Posen. Bei uns wird man beispielsweise kein kopulierendes Paar in Reizwäsche sehen“, sagt Thomas Müller, technischer Leiter der Ausstellung: „Wir wollen die Menschen in Würde präsentieren.“

Die Bandbreite der Exponate, die eine Leihgabe der amerikanischen Firma Corcoran Laboratories sind, reicht von einzelnen Organen und Extremitäten wie Lungen, Unterschenkeln oder Gehirnen bis zu komplett plastinierten Körpern. Zahlreiche Schautafeln liefern Informationen über die einzelnen Objekte, aber auch Themen wie das Verdauungssystem oder Krankheiten werden anschaulich erklärt. Die Exponate stammen allesamt von Spendern, die eines natürlichen Todes gestorben sind und sich zu Lebzeiten dafür entschieden haben, ihren Körper für diese Zwecke zur Verfügung zu stellen.

Schüler Hannes Kracht war nach einem ersten Rundgang durch die mobile Halle begeistert. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Ausstellung so interessant ist. Es war faszinierend zu sehen, wie Muskeln und Sehnen so gut erhalten werden können. Der Teil mit den Föten ging allerdings an die Grenze“, sagte der 17-Jährige und spielte damit auf die Vitrinen an, in der in Formalin eingelegte Föten in verschiedenen Entwicklungsstadien gezeigt werden.

Schülerin Lina Hagedorn (17) bewertete die Ausstellung als faszinierend und erschreckend zugleich. „Am Schlimmsten sind die Gesichtsausdrücke der Toten, aber der Aufbau war sehr interessant. Ich fand es sehr beeindruckend zu sehen, wie robust der Mensch ist.“

Reaktionen dieser Art erlebt Thomas Müller häufig. Dass Besucher die Ausstellung geschockt verlassen, käme nur sehr selten vor, sagt der technische Leiter. Neben Schulklassen seien unter den typischen Besuchern auch häufig Mediziner, die sich mithilfe der Ausstellung auf ihre Prüfung vorbereiten.

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 4. Oktober, täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro für Erwachsene, Schüler, Auszubildende und Studenten zahlen 10 Euro, Kinder bis sechs Jahre 4 Euro.

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