Neumünster : Fast 600 Menschen suchten Hilfe

Awo-Landesgeschäftsführer Michael Selck (vorne von links) informierte mit Hatice Erdem und Erika Hudecova Staatssekretär Torsten Geerdts über die Migrationsarbeit der Awo in Neumünster.
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Awo-Landesgeschäftsführer Michael Selck (vorne von links) informierte mit Hatice Erdem und Erika Hudecova Staatssekretär Torsten Geerdts über die Migrationsarbeit der Awo in Neumünster.

Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts informierte sich bei der Awo am Goebenplatz über die Arbeit des Integrations-Centers.

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12. April 2018, 08:15 Uhr

Neumünster | Ein Lob aus berufenem Munde erntete gestern die Arbeiterwohlfahrt (Awo) für ihre Migrations- und Integrationsarbeit von Torsten Geerdts. Der Neumünsteraner ist als Staatssekretär im Innenministerium auch für das Thema Integration zuständig und informierte sich am Goebenplatz über die verschiedenen Projekte der Awo.

Zwölf Mitarbeiter betreuen im dortigen Integrations-Center Geflüchtete sowie Alt- und Neuzuwanderer in Fragen des Asyl- und Aufenthaltsrechts, Wohnungsangelegenheiten, bei Ämter- und Behördengängen und vielen anderen Angelegenheiten. „Integration ist nicht innerhalb weniger Wochen, Monate und Jahre zu leisten. Das wird schon bis zu zehn Jahre dauern“, weiß auch Geerdts.

Es gebe genug Angebote. Man erlebe aber auch, dass nicht alle die Sprach- und Integrationskurse nutzten. Hier sei auch mehr Kontrolle nötig. Die Sprachkurse mit 900 Stunden Unterricht funktionierten gut und würden auch gut angenommen, erfuhr Geerdts von Awo-Landesgeschäftsführer Michael Selck und Hatice Erdem, der Regionalleiterin Nord von Awo Interkulturell. Bei manchen Teilnehmern sei aber eine Wiederholung und Vertiefung durch weitere 300 Stunden Unterricht nötig. Zu wenig Angebote gebe es noch für traumatisierte Flüchtlinge. Auch für EU-Bürger aus Osteuropa hält Geerdts mehr aufsuchende Sozialarbeit für nötig. „Das konnten die Verbände noch nicht leisten“, so Geerdts. Er wolle die Stadt bitten, ein Konzept zu erarbeiten.

Awo-Geschäftsführer Michael Selck nannte beim Stichwort interkulturelle Öffnung, etwa in Behörden oder bei der Polizei, ein gegenseitiges Geben und Nehmen als erforderlich. Was die Träger der Migrationsarbeit und die Stadt in den vergangenen Jahren geleistet haben, sei aber großartig. Michael Selck: „Wir waren nicht auf diesen großen Ansturm vorbereitet.“

Fast 600 Menschen suchten im vergangenen Jahr Hilfe, Beratung und Betreuung im Integrations-Center der Awo. „Hilfe aus einer Hand, unter einem Dach, bei einem Verband“, so Geerdts, der vor allem auch das Medibüro Neumünster erwähnte. Hier können Menschen ohne Krankenversicherung und ohne Papiere medizinische Hilfe bekommen. „Wir haben pro Jahr etwa 30 bis 40 Klienten, die das nutzen“, sagte Hatice Erdem.

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