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Nach „Aktenzeichen XY-ungelöst“ : Fast 40 Hinweise auf Neumünsteraner Sextäter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im November 2012 wurde im Rencks Park in Neumünster eine Frau vergewaltigt. Die Kripo suchte über die Sendung „Aktenzeichen XY-ungelöst“ nach dem Täter – es gibt bereits zahlreiche neue Hinweise.

Neumünster | Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß. Seit am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY-ungelöst“ ein Fall aus Neumünster ausgestrahlt wurde, stehen bei der Kriminalpolizei die Telefone kaum noch still. Auch im Studio in München gab es gleich nach der Sendung bereits zahlreiche Reaktionen. Fast 40 Hinweise erreichten die Polizei bis Donnerstagabend – nicht nur aus der Region.

Es geht um eine äußerst brutale Vergewaltigung aus dem Herbst 2012. In der Nacht zu Sonntag, 18. November, feierte eine Einfelderin (35) mit Bekannten fröhlich in der Innenstadt. Als sie sich in den frühen Morgenstunden allein zu Fuß vom Großflecken über den Klostergraben in Richtung Parkstraße aufmachte, wurde sie gegen 4.20 Uhr in Rencks Park kurz vor der Schwale-Brücke von einem brutalen Sextäter plötzlich zu Boden gerissen und vergewaltigt. Das Opfer wehrte sich nach Kräften und bekam dabei den auffälligen Ohrschmuck des Mannes, einen sogenannten Flesh-Tunnel, zu fassen. Wahrscheinlich verletzte die Frau ihren glatzköpfigen Peiniger dadurch erheblich an seinem linken Ohr, riss womöglich den großen Ring heraus. Auf jeden Fall ließ der Unbekannte, der zur Tatzeit ein giftgrünes T-Shirt trug, nach der massiven Gegenwehr von seinem Opfer ab und verschwand in der Dunkelheit.

Obwohl die Kripo bereits damals alles daransetzte, den Täter mit dem auffälligen Aussehen zu finden, läuft der Mann immer noch frei herum. Daran änderte auch eine Öffentlichkeitsfahndung direkt nach der Tat nichts. Schon 2012 suchten die Ermittler mit einem Phantombild, das nach der Beschreibung des Opfer erstellt worden war, nach dem Sextäter – ohne Erfolg. „Wir konnten mittlerweile einen überregionalen Täter nicht mehr ausschließen“, erklärte Kriminaloberkommissar Oliver Schlüter. Zu Beginn dieses Jahres entschloss sich die zuständige Kriminalkommissarin Nina Tiesch deshalb nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft, den brutalen Mann mit Hilfe der Sendung „Aktenzeichen XY“ zu suchen und fragte im Februar beim Sender an.

Das Echo war positiv. Einige Wochen später besuchte ein ZDF-Redakteur Neumünster, sprach mit der Kripo und schaute sich den Tatort und die Umgebung an. Ein Drehbuch wurde geschrieben. Dann wurde in München ein Film über die Tat produziert.

Am Dienstag dieser Woche flog Nina Tiesch dann zur Vorbereitung der Sendung nach München und sichtete den Film . Als ab 21.35 Uhr der Neumünsteraner Fall als letzter Beitrag gesendet wurde, saß Oliver Schlüter längst mit weiteren Kollegen in Neumünster in der Dienststelle, verfolgte den Auftritt von Nina Tiesch und bewachte vor Ort das Telefon. Bis 23.30 Uhr gingen allein bei ihm zehn Anrufe ein. Am Donnerstag folgten noch elf weitere. Und in München im Studio meldeten sich noch mal 15 Anrufer. Das Gros der Telefonate stammte zwar aus dem Raum Neumünster, doch es waren auch Anrufe aus dem ganzen Bundesgebiet zu verzeichnen, so Schlüter.

Besonders interessant sind für die Ermittler einige direkte Hinweise auf Personen. „Wir werten jetzt alles aus und arbeiten das Material ab“, erklärte der Ermittler gestern.

Er und seine Kollegen hoffen sehr, dass der Fernsehauftritt Erfolg hat und der Sextäter bald gefasst wird. Sie haben das völlig schockierte Opfer immer noch vor Augen. „Die Frau traute sich nach der Tat lange nicht aus dem Haus“, erklärte Nina Tiesch noch bevor die Sendung am Mittwochabend zu Ende ging.

Hinweise zu diesem Fall erbittet die Kripo unter Tel. 04321-9450

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erstellt am 26.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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