Fast 2500 Kilometer mit dem Roller durch die Republik

Per Tretroller und mit einer Kamera am Helm rollerte Michael Wigge auch durch das Bordesholmer Land. Foto: Böge
Per Tretroller und mit einer Kamera am Helm rollerte Michael Wigge auch durch das Bordesholmer Land. Foto: Böge

Auch durch das Bordesholmer Land fuhr der Deutsche-Welle-Reporter Michael Wigge / Eine Nacht im Wohnmobil in Neumünster

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15. April 2013, 03:59 Uhr

BORDESHOLM | Jules Verne ließ vor rund 140 Jahren den englischen Gentlemen Phileas Fogg in seinem Roman in 80 Tagen um die Welt reisen. Der Deutsche-Welle-Reporter Michael Wigge aus Berlin ist dagegen angetreten, um in 80 Tagen die Republik von der nördlichsten Spitze auf Sylt bis zum südlichsten Zipfel in Bayern mit einem ganz normalen Tretroller zu durchfahren. Seit Montag, 1. April, ist er auf Tour und hat bereits 274 von insgesamt 2473 Kilometern geschafft. Der Courier traf den rollernden Reporter im Bordesholmer Land.

Inspiriert von der Frage "Lässt sich das schaffen?" nahm der 36-Jährige die Herausforderung an. "Dafür habe ich volle drei Monate trainiert und mich ausgesprochen gesund ernährt. Trotzdem hatte ich die ersten Tage mit Muskelkater zu kämpfen", berichtete der Weltenbummler unserer Zeitung bei einem Pausenstopp bei Bordesholm vor dem Gasthaus Auerhahn. Tags zuvor war er in Schönberg gewesen, war kurz mal in die sechs Grad kalte Ostsee gesprungen und hatte die Nacht in Neumünster verbracht. Nicht im gemütlichen Hotelzimmer, sondern in einem Wohnmobil ohne luxuriöse Ausstattung. Damit begleitet ihn die Redakteurin Mechthild Ernisch (29). "Wir haben in einer Fußgängerzone geparkt und uns die Leute beim Abendessen angeschaut. War toll. Neumünster scheint eine tolerante Stadt zu sein, denn kein Polizist jagte uns weg. Neumünster ist eine nette Stadt", meinten beide.

Im Bordesholmer Land trafen sie dann den Erfinderklub Schleswig-Holstein. Denn Michael Wigge hält mit einer Kamera auf seinem Rollertrip auch interessante Begegnungen fest. Die Welt der Tüffler mit ihren patentierten Erfindungen um die Vorsitzende Ingeborg Backhaus von der Insel Sylt, die sich jeden Monat in Flintbek an einem Mittwoch treffen, gehörte selbstverständlich dazu.

Ausgestattet mit einem Navigationsgerät und einer Helmkamera rollert Wigge ausschließlich Rad-, Wander- und Feldwege ab. Das führte ihn vor allem auf seiner Quertour von der West- an die Ostküste durch kleine Dörfer. "Die sind zwar idyllisch, aber auffällig ist, dass es in manchen dieser kleinen Gemeinden oftmals so ruhig ist, das man schon von ,toter Hose sprechen kann. Es gibt ja auch kaum noch Läden, in denen man sich mit Getränken versorgen kann. Das ist sehr schade", meinte der gebürtige Sauerländer.

Um das Ziel in der vorgegebenen Zeit zu erreichen, hat er sich täglich rund 50 Kilometer vorgenommen. "Nur einmal war der Gegenwind so stark, dass ich nach 21 Kilometer genug hatte", sagte Wigge, der schon vor rund vier Jahren rund 35 000 Kilometer bei einem Selbstversuch durch die ganze Welt gereist ist. Ein Tauschgeschäft der besonderen Art brachte ihm vor zwei Jahren dann weltweite Hochachtung ein. Er startete mit einem angebissenen Apfel in Mainz, tauschte sich durch die Welt und brachte es bis zum erhofften Wohnhaus auf Hawaii.

Auf seiner Tretrollerreise durch die Republik schreibt Michael Wigge auf www.dw.de/tretroller einen Blog und dreht Reportagen mit seiner Begleiterin für das Auslandsfernsehen der Deutschen Welle. Weltweit ausgestrahlt werden die Reportagen ab dem 4. August im Magazin des "Euromaxx" unter dem Titel "Auf dem Tretroller durch Deutschland - 2473 Kilometer in 80 Tagen".

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