CDU-Direktkandidat : Fast 100 Prozent für Torsten Geerdts

Stimmenauszählung: Gerlinde Aust,  Uwe Voß und Barbara Woop (von links) entleeren die Wahleimer.
2 von 2
Stimmenauszählung: Gerlinde Aust, Uwe Voß und Barbara Woop (von links) entleeren die Wahleimer.

Der amtierender Landtagspräsident wird zum sechsten Mal CDU-Direktkandidat in Neumünster. Er erhielt 60 Ja-Stimmen und eine Nein-Stimme.

Avatar_shz von
09. September 2011, 10:57 Uhr

Neumünster | Das Amt des Landtagspräsidenten, das er seit zwei Jahren bekleidet, hat Torsten Geerdts in seiner Partei einen weiteren Vertrauensschub eingebracht. Bei der Kür zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis Neumünster/Boostedt zur Landtagswahl im Mai 2012 sprachen sich 60 von 61 Stimmberechtigten für den langjährigen Parlamentarier aus, es gab nur ein einziges Nein. Das Ergebnis entspricht einer Quote von 98,4 Prozent.
Geerdts dankte seinen Parteifreunden im Hotel Prisma für den unerwartet hohen Zuspruch: "Ein riesiges Ergebnis." Er kündigte den CDU-Mitgliedern einen kämpferischen, gleichzeitig aber auch fairen Wahlkampf an. Als amtierender, im Parlament zur Neutralität verpflichteter Landtagspräsident versprach er einen Stil, der es ihm erlaube, diesen Ehrenposten auch nach dem 6. Mai wieder zu übernehmen. Unter dem Jubel der Versammlung stellte er klar: "Ich setze auf Sieg, nicht auf Platz."
Geerdts will den Wahlkreis Neumünster/Boostedt erneut für die Union gewinnen. Seit 1992 hat er in fünf Wahlgängen vier mal gegen seine SPD-Konkurrenten verloren, einzig in der letzten Runde 2009 konnte er gegenüber Andreas Hering triumphieren. "Neumünster ist kein Erbhof der SPD", erklärte Geerdts. "Eine Mehrheit in der Mitte und rechts von der Mitte" sei möglich, das habe etwa der Sieg von Olaf Tauras bei der Oberbürgermeisterwahl bewiesen.
Auf seine neue Gegenkandidatin Kirsten Eickhoff-Weber - sie war zwei Tage zuvor von der SPD nominiert worden - wollte Geerdts nicht persönlich eingehen. Er erinnerte die Versammlung aber daran, dass er jetzt seit 1992 zum sechsten Male für den Landtag antritt. "Und sechs Mal hatte ich bei der SPD einen anderen Gegenkandidaten."
Ausdrücklich lobte Geerdts den neuen Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl, Jost de Jager: "Er ist standfest und wetterfühlig. So einen brauchen wir." Am Mittwochabend im Prisma war de Jager Ehrengast der Wahlkreisversammlung. Noch als Wirtschaftsminister von der CDU Neumünster/Boostedt zur Versammlung eingeladen, trat er jetzt auch als Nachfolger des zurückgetretenen Christian von Boetticher ans Rednerpult.
De Jager räumte zwar nach den Personalquerelen der jüngsten Vergangenheit eine "schwierige Lage" der CDU ein, zeigte sich aber überzeugt von der neuen Geschlossenheit seiner Partei. "Wir finden über den Kampf wieder ins Spiel", rief er seinen Parteifreunden zu. Immerhin habe die Union die besseren Konzepte und die besseren Kandidaten. De Jagers Rezept: "Wir müssen die Ärmel aufkrempeln und zupacken. Dann bleiben wir die stärkste Partei in Schleswig-Holstein."
Dem CDU-Kreisvorsitzenden Wolf Rüdiger Fehrs blieb nach de Jagers Rede das Schlusswort. Er versprach Torsten Geerdts, dass die CDU-Wahlkämpfer "natürlich an Deiner Seite stehen werden. So war es immer." Geerdts selbst hatte zuvor bekundet: "Ich habe Lust auf Wahlkampf." Dafür hatte es lang anhaltenden Beifall gegeben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen