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Neue Stiftung : Familienfreundlichkeit als Standortfaktor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unternehmen gründen Stiftung „Beruf und Familie“. Im November startet die Kinderbetreuung im Notfall

Für junge Fachkräfte ist bei der Jobsuche oft nicht der Dienstwagen, sondern die Familienfreundlichkeit ihres künftigen Arbeitgebers das wichtigste. Das haben Unternehmen aus Neumünster und Segeberg erkannt und jetzt die Stiftung „Beruf und Familie“ gegründet. Sie hat sich auf die Fahnen geschrieben, Mitarbeiter dabei zu unterstützen, das Arbeits- und Familienleben besser zu vereinbaren.

Erste Maßnahme ist eine im November startende Kinderbetreuung im Notfall, etwa wenn die Tagesmutter kurzfristig krank wird oder wenn eine Mutter betriebsbedingt ihre Kinder nicht aus der Kita abholen kann. „Eltern können dann über eine Notfallnummer kurzfristig Unterstützung organisieren“, sagte Susanne Harder von der Diakonie Altholstein. Die Diakonie war vom Wissensnetzwerk Nord der Metropolregion Hamburg mit der Umsetzung der Stiftungsgründung beauftragt worden und hatte Unternehmen für die Idee geworben.

Zu den zehn Stiftungsgründern gehören große Unternehmen wie Danfoss oder Voigt-Logistik, aber auch kleinere Firmen wie die Freesen-Apotheke. Bei der Notfallbetreuung gibt es drei Varianten: Eltern können die Kinder zu einem Betreuungsstützpunkt bringen, aber die Betreuung durch ausgebildete Erzieher der Diakonie kann auch im Betrieb oder im Haushalt der Eltern erfolgen. „Gerade für kleine Firmen sind die Kosten außerordentlich gering“, sagte Uwe Graumann von der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg. Die Unternehmen müssen keine Stifter sein, aber einen nach Betriebsgröße gestaffelten pauschalen Nutzungsvertrag unterzeichnen, sagte Diakonie-Geschäftsführer Heinrich Deicke.

Für Uwe Graumann ist das eine Art Versicherung für Mitarbeiter und auch gut für die Firmen, die so Fachkräfte an sich binden können. Graumann: „Der demografische Wandel schreitet voran. Künftig suchen sich nicht mehr die Unternehmen die Mitarbeiter aus, sondern umgekehrt.“ Für Andrea Wittmann, Personalmanagerin bei Danfoss, war es eine Herzensangelegenheit, bei dem Projekt mitzuarbeiten. „Wir können mit dem Angebot unsere Attraktivität als Arbeitgeber und auch die des Standorts Neumünster steigern“, sagte sie.

Die Stiftung ist offen für weitere Mitglieder, Unterstützer und Sponsoren. Die Kindernotfallbetreuung soll nur ein erster Schritt sein; weitere Angebote sollen folgen. Deicke nannte etwa Ferienprogramme, Betreuungsangebote in Rand- und Sonderzeiten oder auch die Unterstützung bei der Pflege von Familienangehörigen. Die Nutzung soll allen Unternehmen der Region offen stehen.

 

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erstellt am 28.Sep.2013 | 13:00 Uhr

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