Neumünster : Familie wird als Ganzes gesehen

Viel Anschwung für das Familienleben gibt es im Familienzentrum St. Elisabeth: Erzieherin Stefanie Meyer schaukelt fröhlich mit Teo (4, von vorn), Jeremy (4) und Layla (5) auf dem großen Außengelände der Kita Hinter der Bahn.
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Viel Anschwung für das Familienleben gibt es im Familienzentrum St. Elisabeth: Erzieherin Stefanie Meyer schaukelt fröhlich mit Teo (4, von vorn), Jeremy (4) und Layla (5) auf dem großen Außengelände der Kita Hinter der Bahn.

Im Familienzentrum St. Elisabeth in der Innenstadt ist das Leben besonders bunt und deshalb die Unterstützung auch vielfältig.

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16. August 2018, 10:00 Uhr

Neumünster | Im Familienzentrum St. Elisabeth an der Straße Hinter der Bahn trifft sich die Welt: 160 Kinder aus elf Nationen im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren gehen dort in die Kita. Da spielen kleine Deutsche mit Polen oder Iranern, Bulgaren mit Syrern, Inder mit Rumänen oder Kroaten, Italiener mit Russen oder Afghanen. So bunt wie die Kinderschar sind auch die Bedürfnisse und manchmal auch Sorgen, die von den Familien in die Einrichtung hineingetragen werden. Deshalb ist es ein besonderer Vorteil, das die Kita gleichzeitig Teil eines Familienzentrums ist, wo Beratung und Hilfe für die ganze Familie im Vordergrund stehen.

Beide Schwerpunkte haben längst Tradition. Der Kindergarten wurde bereits im Jahr 1906 gegründet und ist damit mit Sicherheit der älteste der Stadt. „Möglicherweise ist es sogar der erste Kindergarten im Land“, sagt Leiterin Kirsten Göpner (46). 2008 kam das Familienzentrum hinzu. Damit ist St. Elisabeth eine von vier Einrichtungen, die von Anfang an mit am Start sind. Die Trägerschaft hat die Pfarrei St. Maria-St. Vicelin. Die Stelle der hauptamtlichen Koordinatorin des Familienzentrums trägt das Land. 19,5 Stunden pro Woche stehen Barbara Drobny (33) für ihre Arbeit zur Verfügung. „Die Einrichtung versteht sich als ein Netzwerk, das das familiäre System ganzheitlich unterstützt, fördert und berät. Wir wollen für die Familien sowohl eine Bildungseinrichtung als auch Beratungs- und Begegnungsort sein“, erklärt sie. Konkret heißt das: Egal ob Eltern finanzielle Sorgen, Probleme in der Partnerschaft oder mit der Erziehung haben, ob sie dringend eine Kur benötigen oder einen Job – im Familienzentrum bekommen sie Tipps und Unterstützung. Oft sind es die 32 Pädagogen in der Kita, denen Mütter und Väter zuerst ihr Herz ausschütten – manchmal auch auf Englisch. Die Erzieher verweisen sie dann meist an Barbara Drobny. Viele Eltern haben auch schon selbst von dem Angebot gehört und kommen direkt zu ihr ins Büro. Manche benötigen nur einen Rat, andere eine Vermittlung zu einer Anlaufstelle oder auch eine Begleitung zu einem Gespräch. Dank der guten Vernetzung des Familienzentrums ist in der Regel schnell kompetente Hilfe möglich. So gibt es unter anderem eine enge Zusammenarbeit mit der Caritas. Besonders die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund.

Zusätzlich gibt es ein wechselndes Bildungsangebot, zum Beispiel mit Themen-Elternabenden. Manches Treffen wird sogar auch mit Kinderbetreuung angeboten, damit auch Alleinerziehende teilnehmen können. „Wut und Trotz im Kleinkindalter“ lautet eines der Themen dieser Veranstaltungen, aber auch „die Wege zur Sprache“ und die „Spielentwicklung“ waren schon an der Reihe. Ganz aktuell wird es am 30. August ab 20 Uhr um die Schulreife gehen. Eine Teilnahme ist noch möglich.

Bei den Eltern kommt das umfassende Angebot gut an. „Die Rückmeldungen sind positiv“, haben Barbara Drobny und Kirsten Göpner kürzlich beim Sommerfest wieder erfahren. „Wir wollen stets die Familie als Ganzes sehen und sie stärken. Von dieser Unterstützung profitieren immer auch die Kinder“, wissen die Verantwortlichen im Familienzentrum.

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