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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 22:31 Uhr

Diakonie : Familie ist immer noch Frauensache

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Familienbüro der Diakonie Altholstein wurde Bilanz gezogen. Büro im Parkcenter versteht sich als Wegweiser zu anderen Beratungsstellen

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 13:03 Uhr

Neumünster | Frauen sind die sozialen Krisenmanager. Männer suchen im Familienbüro der Diakonie Altholstein eher Rat, wenn es um technische Fragen geht. Etwa: Wo finde ich Informationen, Adressen, Ansprechpartner? Dieses Fazit zogen gestern Susanne Harder und Albrecht Marian Kuntschke von der Beratungsstelle im Parkcenter.

Knapp zwei Jahre gibt es das Familienbüro, das aus dem Alleinerziehenden-Netzwerk hervorging und mit Mitteln der Lotterie Glücksspirale unterstützt wird. Analog zum Senioren- und Bürgerbüro der Stadt soll es eine Anlaufstelle für Familien sein. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen Beratungsstellen, sondern als Navi zur passgenauen Unterstützung“, sagt Dr. Constanze von Wildenradt, die bei der Diakonie den Fachbereich Familie leitet.

Der Bedarf an Beratung steigt. Die meisten Anfragen haben einen finanziellen Hintergrund. 70 bis 80 Prozent der Klienten bekommen staatliche Sozialleistungen wie Hartz IV. „Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz. Oft gibt es Probleme in mehreren Lebensbereichen“, sagt Susanne Harder und nennt die Frage der Kinderbetreuung und der Vereinbarkeit von Betreuungs- und Arbeitszeiten.

Oder es geht darum, Formulare zu erklären. „Wir sind manchmal auch Dolmetscher und Lotse“, sagt Kuntschke. Das Familienbüro wird von den Netzwerkpartnern wie dem Jobcenter, der Arbeitsagentur oder dem Kinderschutzbund geschätzt, weil es Anliegen vorsortiert und viele Stellen so entlastet. „Wir haben als Diakonie selbst viele Beratungsstellen, sei es die Schuldnerberatung, die Erziehungsberatung, die Ämterlotsen oder das Sozialkaufhaus“, sagt Constanze von Wildenradt. „Bei uns geht keiner raus, ohne die richtige Kontaktperson zu kennen“, verspricht Susanne Harder. Familie ist auch in Neumünster immer noch Sache der Frauen. „Es fällt ihnen leichter, sich bei Beziehungsproblemen zu offenbaren“, sagt Harder. Männer machen nur ein Fünftel der Klienten im Familienbüro aus. Die Förderung durch die Glücksspirale läuft im März 2016 aus. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Anschlussfinanzierung“, sagt Constanze von Wildenradt.

Mit einem Puppenspiel will das Familienbüro am Freitag, 6. März, sein zweijähriges Bestehen und das 500. Beratungsgespräch feiern. Die Bordesholmer Märchenbühne „Das Wasser des Lebens“ wird um 16 Uhr in den Räumen der Familienbildungsstätte im Parkcenter das russische Märchen vom Drachenkönig aufführen. Karten zu einem Euro für Kinder und zwei Euro für Erwachsene gibt es im Vorverkauf im Familienbüro.

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