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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 02:54 Uhr

Bauausschuss : Famila zieht Baupläne zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Verbrauchermarkt an der Rendsburger Straße wird nicht gebaut. Auch der Markt auf dem Wigger-Gelände fällt im Ausschuss durch.

von
erstellt am 07.Nov.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Überraschende Wende im Tauziehen um die neuen Verbrauchermärkte an der Rendsburger und an der Kieler Straße. Weder auf dem Wigger-Gelände an der Kieler Straße noch auf dem Stock-Guss-Areal an der Rendsburger Straße werden die geplanten Märkte gebaut.

Beide Projekte waren bis zuletzt in der Politik heiß umstritten, im Bauausschuss kam am Donnerstagabend das Aus für die millionenschweren Vorhaben.

Auf dem 32 000 Quadratmeter großen Stock-Guss-Gelände wollte Famila einen Lebensmittelmarkt mit angeschlossener Shop-Zone und Discounter mit weiteren 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Das neue Einkaufszentrum hätte damit etwa die Dimension des A&B-Centers an der Baeyerstraße oder von Famila im Störpark angenommen. Der Stadtverwaltung war das zu groß. Im Rathaus befürchtete man massive Auswirkungen auf den Einzelhandel der benachbarten Innenstadt und verwies auf das Einzelhandelskonzept der Stadt, das entsprechend dimensionierte Märkte nur an bestimmten Sonderstandorten im Außenbereich vorsieht. Allerdings wird das Einzelhandelskonzept derzeit gerade überarbeitet.

Auch die SPD war gegen den neuen Markt, die CDU war darüber zerstritten. Entscheiden brauchte die Politik im Bauausschuss aber nicht mehr: Famila habe seinen Antrag zur Errichtung des Verbrauchermarktes zurückgezogen, teilte Ute Spieler, Leiterin der Stadtplanung, im Ausschuss überraschend mit. Eine Begründung nannte sie nicht. Famila selbst war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dem Vernehmen nach soll es bereits einen Vorvertrag mit dem Eigner des Geländes, einem Joint Venture der Auto-Service-Park GmbH in Ahrensburg und der Gütersloher Abbruchfirma Hagedorn gegeben haben. Letztere hatte das Gelände bereits vor einem Jahr von Altgebäuden geräumt.

Wie die riesige Brache an der Rendsburger Straße künftig genutzt wird, bleibt trotz des Rückzugs von Famila weiter umstritten. Ute Spieler kündigte eine neue Vorlage für den „Bebauungsplan Nr. 83 Stock-Guss“ an. Hintergrund: Die Stadt will das insgesamt 4,3 Hektar große Gelände auch weiterhin für „nicht störendes Gewerbe“ oder Dienstleister vorhalten und das auch im Bebauungsplan festschreiben. Anlieger und Teile der SPD können sich dagegen auch eine Wohnbebauung vorstellen und möchten diese Option im B-Plan offenhalten. Am 18. November will der Ortsverein West das Thema in einer Mitgliederversammlung im Gemeinschaftshaus an der Domagkstraße beraten.

Anders verlief die Diskussion über den 2800 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt, der auf dem Wigger-Gelände an der Kieler Straße entstehen sollte. Auch hier hatte die Stadt dem Bauausschuss mit Verweis auf das Einzelhandelskonzept die Ablehnung empfohlen. Die CDU beantragte Vertagung, um den Investoren Gelegenheit zur Anhörung zu verschaffen. Weil das Thema bereits einmal vertagt worden war, konnte sie sich damit jedoch nicht durchsetzen. SPD, Grüne und BFB lehnten die Baupläne ab.

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