Dreiste Masche : Falschgold-Betrüger sind wieder am Werk

Astrid Barwanietz von der Goldschmiede Schütt zeigt links einen echten Ring aus 585er-Gold, rechts daneben die Fälschung aus billigem Messing.
Astrid Barwanietz von der Goldschmiede Schütt zeigt links einen echten Ring aus 585er-Gold, rechts daneben die Fälschung aus billigem Messing.

Experten und die Polizei warnen vor den dreisten Maschen der Banden. Tipp: Gold nie auf der Straße oder an der Haustür kaufen

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30. Mai 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Die Masche ist nicht neu, und doch fallen immer wieder Menschen darauf herein. In der Stadt sind seit kurzem wieder Betrüger unterwegs, die mit Falschgold ihr Geschäft wittern. Beim Experten entpuppen sich dann die vermeintlichen Schnäppchen als wertloser Tand.

„Es passiert immer wieder mal, seit einer Woche ist es aber auffällig und vermehrt“, sagt die Geschäftsführerin der Goldschmiede Schütt am Kuhberg, Astrid Barwanietz, und zeigt einen der gefälschten Ringe. Er trägt auf der Innenseite sogar einen Stempel, der den vermeintlichen Goldgehalt nennt. Doch die Expertin erkennt auf den ersten Blick, dass es sich nicht um 585er-Gold handelt.

„Eine Dame sollte 50 Euro zahlen, gab dann 35. Ein älterer Herr gab dafür fünf Euro“, sagt Barwanietz. Die Masche hier: Eine Frau bückte sich nach einem „Fundstück“ und überließ es großzügig für einen „Finderlohn“ dem älteren Herrn. Oft werde auch aus Mitleid mit den Anbietern gekauft, die eine rührige Geschichte auftischen. Das wird von den Betrügern schamlos ausgenutzt, so Barwanietz. In Fachkreisen heißen die Fälschungen auch „Autobahngold“, weil der vermeintliche Familienschmuck gerne an Raststätten als Tauschwährung für eine Tankfüllung über 50 Euro angeboten wird.

Doch davor sollte man sich hüten. Die Stücke haben bestenfalls einen Cent-Wert. Ein echter 585er-Goldring kostet dagegen etwa 700 Euro. Juwelier Karl-Heinz Oertling kann vor diesen teuren Schnäppchen nur warnen. „Es gibt nichts geschenkt. Was zu billig ist, kann von der Logik her nicht echt sein“, sagt Oertling.

Auch in seinem Geschäft wollte eine Kundin einen Ring prüfen lassen, berichtet Oertlings Mitarbeiterin Lena Muuhs. „Der Verkäufer flüchtete, als er die Polizei kommen sah“, so Lena Muuhs. Nach Aussage der misstrauischen Kundin soll es sich um einen Ausländer gehandelt haben, vermutlich aus Osteuropa.

„Gold sollte man niemals auf der Straße oder bei Haustürgeschäften kaufen“, rät die Expertin Astrid Barwanietz. Es sei für den Laien einfach schwer zu erkennen, ob das Stück echt oder eine Fälschung sei. Auch Polizeisprecher Sönke Hinrichs warnt, „bei Ankäufen auf der Straße besondere Vorsicht walten zu lassen. Im Zweifel sollte man immer die Polizei informieren.“

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