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Holsteinischer Courier

21. September 2017 | 19:55 Uhr

Daldorf : Falkner füttern sechs Halbwaisen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Weibchen des Turmfalkenpaares starb. Der Vater blieb mit sieben Jungtieren allein. Sechs Jungtiere werden von der Falknerei im Erlebniswald versorgt

Daldorf | Sechs junge Turmfalken verloren ihre Mutter. Doch durch den Einsatz von Christina Greve werden die Jungvögel in der Falknerei Damm im Erlebniswald Trappenkamp aufgepäppelt und auf die Auswilderung vorbereitet.

Es war ein trauriger Anblick, der sich Pferdehalterin Christina Greve aus Altenjahn in der Nähe von Hohenwestedt beim abendlichen Rundgang über ihren Pferdehof bot. In einem Tränkebottich der Pferde entdeckte die Naturfreundin einen ertrunkenen Turmfalken. Wie sich herausstellte, war es das Turmfalkenweib des Paares, das in einem Eulenkasten auf dem Hof seine Jungen aufzog. Zwar fand die Naturfreundin im Internet Hinweise, das auch das Männchen (Terzel) mitfüttert, trotzdem nahm sie am folgenden Tag Kontakt zur Falknerei Damm im Erlebniswald Trappenkamp auf. Gleich sieben Jungfalken tummelten sich in dem ohnehin etwas beengten Eulenkasten, den sich die Vögel zur Aufzucht ihrer Jungen ausgesucht hatten. Erst mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr aus Grauel konnte Miroslav Vrbicky von der Falknerei Damm den Brutkasten am Giebel des Bauernhauses nach einer Kletterpartie erreichen.

„ Sieben Jungvögel, da hätte der Terzel keine Chance gehabt, die Jungen allein durchzubringen“, meinte Falkner Dietmar Damm, nachdem Vrbicky sechs der sieben Jungen in die Falknerei im Erlebniswald gebracht hatte. Einen Jungvogel hat der Falkner zur Aufzucht durch das Falkenmännchen im Nistkasten gelassen. Die Nahrung der Turmfalken besteht zu fast 90 Prozent aus Mäusen. Jetzt im Alter von etwa 21 Tagen braucht jeder Jungfalke etwa drei Mäuse am Tag. Dazu wäre der Eigenbedarf des Terzels gekommen. „Das wäre eine gewaltige Anstrengung“, meinte Dietmar Damm. Das wäre für den Elternvogel allein bei der Jungenzahl nicht zu schaffen gewesen. Rund 25 Mäuse hätte der Terzel jeden Tag heranschaffen müssen. Hinzu wäre die Enge im zu kleinen Brutkasten gekommen. So konnten die Falkner die jungen Krummschnäbel jetzt im Erlebniswald erst einmal einige Tage aufpäppeln und auf die spätere Auswilderung vorbereiten. Dazu haben die kleinen Turmfalken jetzt erst einmal einen mardersicheren Kasten auf dem Dach der Waldbühne erhalten. Dort werden die Jungvögel jetzt weiter gefüttert.

Wenn das Gefieder weit genug entwickelt ist, soll der Kasten geöffnet werden. Wenn die Vögel dann ihre ersten Flugversuche im Geäst der umstehenden Buchen machen, können Besucher dabei einen Blick auf die jungen Turmfalken erhaschen. Einmal am Tag gibt es jetzt erst einmal reichlich Mäuse. „Der Kontakt zu den Menschen wird dabei so kurz wie möglich gehalten“, meinte Dietmar Damm. In wenigen Wochen hoffen die Falkner, dass die Jungvögel ihre ersten eigenen Mäuse jagen und sich irgendwo ein Revier suchen können.  

 




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