zur Navigation springen

Kinder- und Jugendkonferenz : Fairness und muslimisches Fastfood

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei der ersten von vier Konferenzen gaben gut 20 Kinder ihre Vorschläge für das geplante Jugendparlament ab.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Von den künftigen Vertretern des geplanten Jugendparlaments hat Malwa (11) aus der Innenstadt bereits eine klare Vorstellung: „Mit zehn Jahren ist man dafür alt genug, aber mit 18 Jahren schon zu alt. Außerdem sollte man ehrlich und besonders fair sein“, erklärte das Mädchen am frühen Montagabend bei der ersten von vier Kinder- und Jugendkonferenzen zur Wahl der Kinder- und Jugendvertretung. Gut 20 Sechs- bis Elfjährige hatten sich im Kivi-Jugendtreff an der Kieler Straße getroffen, um ihre Wünsche und Anregungen vorzutragen.

Hintergrund: Die Ratsversammlung hatte im September für ein Kinder- und Jugendparlament gestimmt (der Courier berichtete). Christina Regner, die seit Februar im Kinder- und Jugendbüro der Stadt für die Beteiligung zuständig ist, führte am Montag daher auch mit einer kleinen Präsentation in das Thema ein. Was ist überhaupt eine Ratsversammlung? Wer sagt dem Oberbürgermeister, wie er arbeiten muss? Wie können Kinder sich beteiligen? Als diese Fragen beantwortet waren, ging es an die Stellwände. Hier hatte die Sozialpädagogin aus Kaltenkirchen vier Bereiche eingeteilt. Die Mädchen und Jungen sollten dabei nicht nur beantworten, wie der ideale Kandidat aussieht, sondern auch die Aufgaben des Kinder- und Jugendparlaments aus ihrer Sicht festlegen, das Wahlverfahren benennen und schließlich bestimmen, welche Gruppen das geplante Gremium unterstützen soll.

Es zeigte sich, dass die Frage nach dem Wahlverfahren am kompliziertesten war. Luka (8) aus der Innenstadt hatte jedoch eine einfach Lösung, die viel Unterstützung fand: „Wir gehen alle zum Rathaus und geben dort einen Wahlzettel ab.“ Christina Regner schmunzelte, notierte aber auch diesen Vorschlag: „Die Idee an sich ist gar nicht so abwägig. Vielleicht gibt es ja Wahllokale in jedem Stadtteil“, sagte sie. Auch ein weiterer Vorschlag kam auf ihren Zettel: Es soll in Neumünster einen muslimischen Fastfood-Laden geben.

Der Erste Stadtrat Carsten Hillgruber und Thorsten Klimm, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, hörten sich alle Vorschläge geduldig an, attestierten beim Aufschreiben und unterstützten die Kinder, wenn es Fragen gab. „Das ist ja auch noch eine sehr junge Gruppe“, erklärte Hillgruber.

Christina Regner geht davon aus, dass zu den drei weiteren Konferenzen mehr Jugendliche kommen. Der nächste Treffpunkt ist morgen von 16 bis 18 Uhr im Projekthaus an der Wasbeker Straße 87. Am Freitag können Interessierte im Jugendfreizeitheim Einfeld an der Dorfstraße 25 ihre Vorschläge loswerden. Der letzte Termin ist am Sonnabend, 22. April, von 15 bis 17 Uhr im Kinder- und Jugendbüro an der Boostedter Straße.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen