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Tuch+Technik : Faire Mode ist in Neumünster noch nicht zu haben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

100 interessierte Besucher verfolgten die besondere Schau im Museum Tuch + Technik. Viele Informationen über die Herstellung herkömmlicher Kleidung stimmten nachdenklich.

Neumünster | Mode soll schön sein und Spaß machen: Dass diese Ansprüche durchaus auch von Herstellern, die sich der fairen Produktion verschrieben haben, erfüllt werden, bewies die Modenschau, die am Freitagabend auf dem Laufsteg im Museum Tuch + Technik gezeigt wurde. Mehr als 100 Besucher verfolgten die Präsentation, die gekonnt von neun weiblichen und männlichen Models vorgeführt wurde. Organisiert hatten die außergewöhnliche Veranstaltung der Kirchenkreis Altholstein, das Frauenwerk und das Museum.

Die T-Shirts, Hosen, Jacken und Kleider, die von Händlern aus Hamburg, Berlin und Bremen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, kamen frisch, ansprechend und gar nicht langweilig oder gar altbacken daher.

„Die Zeiten, in denen man ökologische Kleidung mit groben, ungefärbten Stoffen in Zusammenhang brachte, sind lange vorbei“, erklärte denn auch Silke Leng (Kirchenkreis Altholstein), die gemeinsam mit der Museumspädagogin Karin Ruhmöller die Vorführung moderierte.

„Bei der Suche nach Händlern in Neumünster sind wir allerdings nicht fündig geworden. Doch vielleicht macht diese Schau ja den Boutiquen Mut, einige Modelle in ihr Programm aufzunehmen“, warb Silke Leng für die faire Mode vor Ort.

Auf großes Interesse stießen jedoch nicht nur die Kleidungsstücke, auch die Informationen, die die Veranstalter zu fairer Kleidung zusammengetragen hatten, wurden vom Publikum mit großer Aufmerksamkeit aufgenommen. So berichtete Silke Leng von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Ländern wie Bangladesch und auf den Philippinen. „Wir erkennen an der Farbe unseres Flusses die Modefarbe Europas“, zitierte sie dazu eine Arbeiterin aus Indien.

Beeindruckt waren die Zuhörer auch von Silke Lengs Bericht zur Entstehung einer herkömmlichen Jeanshose. „Vom Anbau der Baumwolle in Kasachstan über das Spinnen in der Türkei, dem Färben in Thailand, dem Weben in Polen und dem Nähen auf den Philippinen legt die Hose stolze 42 300 Kilometer zurück.

Zuzüglich der Veredelung der Hose in Griechenland kommen bis zum Ladenverkauf letztlich mehr als 54 000 Kilometer zusammen“, zählte sie auf.

„Die vorgestellten Markenhersteller dagegen produzieren nach zertifizierten Vorgaben, die sowohl nachhaltige Produktionsbedingungen und das soziale Umfeld der Arbeiter als auch ökologische Aspekte berücksichtigen“, erläuterte Karin Ruhmöller. Letztlich sei fair herstellte Mode nur geringfügig teurer, und der Konsument habe mit seiner Kaufentscheidung durchaus Einfluss auf die Herstellungsbedingungen, lautete ihr Fazit.

Der begeisterte Applaus für die Models sowie anschließend das große Interesse an den Adressen der Händler ließ am Ende darauf schließen, dass die Besucher dies ganz ähnlich sahen.

 

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