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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 13:27 Uhr

Bundesfinale : Fair, aber hart debattieren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Humboldt-Schülerin Isabel Burrer (17) ist im „Jugend debattiert“-Bundesfinale

Neumünster | Der geplante Prozess gegen den Satiriker Jan Böhmermann wegen Majestätsbeleidigung des türkischen Präsidenten Erdogan ist eines der aktuellen Themen, mit denen sich Isabel Burrer in den vergangenen Wochen auseinandergesetzt hat. Die 17-jährige Alexander-von-Humboldt-Schülerin hat sich auf Bezirks- und Landesebene beim bundesweiten Wettbewerb „Jugend debattiert“ durchgesetzt und wird am Donnerstag zum Bundesfinale nach Berlin reisen. Sie fühlt sich gut vorbereitet, ist aber trotzdem „ein bisschen nervös“: „Die anderen sind auch in der Materie drin, das ist ein anderes Niveau.“

Wie in den Runden bisher sind den 32 Kandidaten pro Altersstufe drei Themen vorgegeben worden, bei denen sie sowohl die Pro- als auch die Contra-Seite vertreten können müssen. Die Themen: Das Verbot sexualisierter Werbung, die Streichung des Paragraphen der Majestätsbeleidigung und die Einführung eines bundesweiten Volksbegehrens/ Volksentscheids. Interessant findet Isabel, dass auf einer Plenarsitzung genau am 17. Juni das zweite Thema diskutiert wird.

Ob die Pro- oder Contraposition vertreten werden muss, wird ausgelost; es debattieren Zweierteams gegeneinander. Die Debatte besteht aus zwei Minuten Eröffnung pro Kandidat, zwölf Minuten freier Aussprache und einer Minute Schlussrede. „Man soll fair, aber hart streiten. Man vertritt nicht seine eigene Meinung wie im Alltag, sondern sollte auch über die Argumente informieren“, sagt Isabel. Was macht einen guten Debattierer aus? „Natürlich die Argumente wissen, aber vor allem die Übersicht haben, einordnen können, wann eine Debatte festgefahren ist, nicht stur auf etwas beharren, sondern gewichten und flexibel reagieren.“ In Seminaren mit den anderen Landessiegern hat sie nicht nur geistiges Rüstzeug mitbekommen: „Wir haben auch Körperübungen gemacht, man soll standhaft bleiben im wahrsten Sinne des Wortes.“

Beurteilt werden Sachkenntnis, Gesprächsfähigkeit, Ausdruck und Überzeugungskraft. Verpönt sind sarkastische, beleidigende, zu laute oder dominante Bemerkungen. In Berlin laufen die Qualifikationsrunden am Freitag, am Sonnabend ist das Finale, das sich Bundespräsident Joachim Gauck ansieht. Auch ein Foto mit Gauck wird sie machen können.

An der Alexander-von-Humboldt-Schule wird seit zehn Jahren debattiert, meistens schon ab der Mittelstufe, sagt Kerstin Renth, eine der vier ausgebildeten Debattier-Lehrer an der Schule. Bisher schafften es fünf Humboldt-Schüler bis in die Bundes-Qualifikationsrunden, eine Schülerin war im Bundesfinale.

Isabel wird von ihren Eltern begleitet. Sie setzt auf gute Vorbereitung und einen klaren Kopf, doch: „Es hat auch mit Glück zu tun, mit wem man zusammengewürfelt wird.“

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erstellt am 17.Jun.2016 | 14:00 Uhr

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