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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 18:00 Uhr

Fahrradstadt? – „Ja, aber ...“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ratsherr Jonny Griese von der Linken begann taktisch: Aus seiner Zeit in Tarifverhandlungen wisse er, dass man 250 Prozent fordern müsse, um 100 Prozent zu kriegen. Folgerichtig beantragte er gestern Abend in der Ratsversammlung, die Carlstraße von der Roonstraße bis zum Ring zur Fahrradstraße zu machen.

„Die Carlstraße ist prädestiniert dafür, über die ersten 250 Meter hinaus zur Fahrradstraße zu werden. Der Radweg ist dort nämlich wegen des schlechten Zustands nicht zu befahren. Die Radfahrer sollten dort allein auf der Fahrbahn sein“, meinte Griese. Er bezog sich damit auf einen Ratsbeschluss von vor drei Jahren: Neumünster solle Fahrradstadt werden, hatten SPD und Grüne damals beantragt (der Courier berichtete). Der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Andresen räumte ein: „Du hast Recht, Jonny. Da ist noch nicht viel passiert.“ Trotzdem wurde der Antrag zur Bearbeitung in den Bauausschuss verwiesen.

Noch schlechter erging es Mark Proch (NPD). Seine vier Anträge wurden kommentarlos von allen anderen Ratsmitgliedern abgelehnt. Proch wollte prüfen lassen, ob und wo Tempo-30-Zonen vor Schulen, Kitas und Heimen möglich sind. Er beantragte eine Resolution gegen das Freihandelsabkommen TTIP, ein Sozialticket im Busverkehr für sozial Schwache, und er wollte, dass der Rat sich von jeglicher Gewalt distanziert und einen Brandanschlag auf sein (Prochs) Auto verurteilt.

Zu Beginn der Sitzung wurde Ilse Milkert (65) als Nachfolgerin des zurückgetretenen Uwe Döring verpflichtet. Die Sozialdemokratin ist gebürtige Neumünsteranerin, Juristin und Verwaltungsangestellte im Ruhestand. Weitere Berichte lesen Sie morgen

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erstellt am 07.Jun.2016 | 11:57 Uhr

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