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Krähenattacke : Fahndung nach der Kita-Krähe: Erst mal ein Foto machen!

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wer war’s: Saat- oder Rabenkrähe? – Eine Fotofalle soll jetzt Aufschluss bringen

von
erstellt am 21.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Neumünster | Klar, Schwerverbrecher erwischt man am besten, wenn man ein klares Bild von ihnen hat, zum Beispiel ein Foto oder ersatzweise  auch ein gezeichnetes Porträt. Auch   nach dem   bislang unbekannten Vogel, der am vergangenen Dienstag im Garten der Kita Schubertstraße ein fünfjähriges Mädchen attackiert und verletzt hatte, soll jetzt per Täter-Foto gefahndet werden –  das man dummerweise  noch nicht hat.

 Zwar  hat sich inzwischen wohl ein halbes Dutzend Gartenstädter gemeldet, das den offenbar handzahmen Piepmatz, der  hier und da auch schon mal vor der Terrassentür um Futter bettelt, gut beschreiben  könnte oder ihn sogar vor die Fotolinse bekommen hat – aber  dass ist natürlich noch kein eindeutiger  Beweis, dass  er auch für den Angriff in der Kita verantwortlich ist.  Schließlich sind wir hier in Deutschland!

Und damit alles seine Ordnung hat, haben Jäger gestern erst einmal eine Fotofalle  im Garten der Kita installiert – in der vagen Hoffnung, dass die arme Krähe noch einmal vorbeischaut und den Blitz  auslöst. Alternativ hätte man natürlich auch das verletzte Mädchen von einem Polizeizeichner befragen lassen können, wie die Krähe denn aussah. Aber das war  offenbar selbst den Ermittlern zu blöd.

Alles  nur ein Scherz?  Keineswegs. Tatsächlich investiert die Stadt große Mühe, um herauszufinden, welcher Art Krähe dem kleinen Mädchen in der  Kita so übel mitgespielt hat. Denn:  Saat- oder Rabenkrähe, das ist hier die Frage! 

Und das kommt so: Saatkrähen (sie haben einen  hellen Schnabel) stehen unter Naturschutz, dürfen also in der Regel nicht bejagt werden. Rabenkrähen (schwarzer Schnabel) dürfen zwar bejagt werden, allerdings nicht in der laufenden Setz- und Brutzeit –  und schon gar nicht mit der Flinte im bewohnten  Umfeld. Die Kita-Krähe   darf daher  auf jeden Fall – unabhängig von ihrer  Familienzugehörigkeit  – auf eine „Lebendentnahme“ hoffen. Allerdings:  Ist sie eine Saatkrähe, muss die Ausnahmegenehmigung dafür bei den Naturschutzbehörden beantragt werden; gehört sie zu den Rabenkrähen, ist die Jagdbehörde zuständig.

 Fairerweise muss man an dieser Stelle betonen, dass die Stadt bereits mit beiden Behörden  Kontakt aufgenommen hat, um nach der Identifizierung  der Täter-Krähe  sofort  eine  Genehmigung zur Fallenjagd zu bekommen. Beide  Behörden haben bereits Einverständnis signalisiert. Die  Lebendfalle soll also   auf jeden Fall aufgestellt werden, voraussichtlich in der kommenden Woche.  Lässt sich die Krähe erwischen, wird sie wohl zunächst  in der Tierauffangstelle vorläufiges Quartier beziehen und im Gegenzug wohl endlich der Hausarrest für die Kita-Kinder an der Schubertstraße wieder aufgehoben.

Wird man den Kindern irgendwann einmal zu erklären versuchen, mit welchen behördlichem Aufwand die großen, ach, so vernünftigen Erwachsenen versucht haben, ein schlichtes  Krähen-Problem zu lösen, nicht wundern, wenn sie   ihnen  einen Vogel  zeigen  – nein, nicht den! Diesen!

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