zur Navigation springen

Ausstellung : Fälschungen können gefährlich sein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Noch bis Sonnabend klärt eine Schau in der Holsten-Galerie über Produktpiraten und ihr Wirken auf

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2016 | 14:00 Uhr

Neumünster | Ein neues Lacoste-Shirt für 10 Euro? Eine schicke Handtasche von Louis Vuitton für 100 Euro? – Die Verlockung, sich für kleines Geld mit großen Marken zu schmücken, mag groß sein. „Aber die Qualität ist minderwertig. Die Produkte sind schlecht verarbeitet. An dem Kleidungsstück werden Sie keine lange Freude haben und schädigen möglicherweise Ihre Gesundheit dazu“, erklärt Tommy Tesch. Er begleitet im Auftrag des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) die Ausstellung „Schöner Schein – dunkler Schatten“, die zurzeit in der Holsten-Galerie zu sehen ist.

Noch bis zum kommenden Sonnabend, 14. Mai, will die Wanderausstellung im Erdgeschoss auf zehn Themenwänden und drei Bildschirmen sowie mit zahlreichen Exponaten über die Gefahren aufklären, die von gefälschten Artikeln ausgehen. Dabei sind zum Beispiel eingelaufene Fan-Trikots des Deutschen Fußballbunds noch das kleinere Übel.

„Gefälschte Produkte können eine echte Gefahr darstellen. Besonders, wenn es sich um Medikamente oder Auto-und Maschinenteile handelt“, erläuterte Tesch jetzt beim Rundgang durch die Schau, die die ganze Vielfalt der Produktpiraterie offenbart: Ob Autoreifen, Bremsbelege, Potenzmittel oder Tempo-Taschentücher, aus fast allen Konsumbereichen sind offenbar Nachahmungen auf dem Markt.

„Die Fälscher versuchen, das Produkt ähnlich wie das Original aussehen zu lassen. Auf Funktionalität und Langlebigkeit wird dabei nicht geachtet“, erklärte Tesch. So seien etwa Stromgeneratoren von Honda oder Stihl-Motorsägen als Plagiate in Umlauf. „Die Generatoren sind so unsicher, dass sie explodieren können“, warnt der Experte. Die meisten Fälschungen stammen dem Fachmann zufolge aus China, deutsche Produkte seien bei Fälschern beliebt. Die Firma Bosch etwa schlage sich besonders oft mit Produktpiraten herum.

Wer ihnen als Kunde nicht auf den Leim gehen will, sollte Markenartikel nicht auf offenen Märkten, sondern im Fachhandel kaufen und auf Gewährleistungen und Ansprechpartner achten, rät der Experte.

Kerstin Förstemann, die beim Bummel durch die Holsten-Galerie eher zufällig auf die Schau stieß, verglich zwar interessiert Original und Fälschung, hat für sich selbst aber ohnehin eine feste Regel: „Ich kaufe, was mir gefällt und sich bequem tragen lässt“, sagte sie. Zumindest bei Kleidung spielt die Marke für sie eine untergeordnete Rolle. Christian Langsdorff, Chef der Holsten-Galerie, begrüßte die Aufklärungskampagne: „Ich finde es sehr wichtig, auf die Gefahr von Plagiaten aufmerksam zu machen.“ Immerhin entstehe auch ein immenser volkswirtschaftlicher Schaden.

Nach Berechnungen der Ausstellungsmacher entgehen deutschen Herstellern durch Produktpiraterie Einnahmen von 50 Milliarden Euro pro Jahr.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen