Neumünster : Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft

Jens van der Walle, Bianka Lohmann und Ulf Michel vom Unternehmensverband Mittelholstein stellten die Ergebnisse der Umfrage bei 98 Mitgliedsfirmen vor.
Jens van der Walle, Bianka Lohmann und Ulf Michel vom Unternehmensverband Mittelholstein stellten die Ergebnisse der Umfrage bei 98 Mitgliedsfirmen vor.

Unternehmensverband legt seine Frühjahrs-Konjunkturumfrage vor.

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17. April 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Die Konjunktur brummt, die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 25 Jahren – kein Wunder, dass der Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) von einem „gelungenen Frühlingsstart “ für Neumünsters Wirtschaft spricht. Der UVM-Vorsitzende Jens van der Walle und sein Stellvertreter Ulf Michel stellten gestern die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage bei 98 Mitgliedsfirmen mit mehr als 11 400 Beschäftigten vor.

Ob nun Selbsteinschätzung der Geschäftslage, Umsatzerwartung oder Personalplanung – die Kennzahlen sind blendend. „Allerdings könnte der Wachstumskurs noch besser sein, wenn wir nicht den großen Fachkräftemangel hätten“, sagte van der Walle. Auch auf dem Ausbildungsmarkt hätten sich die Verhältnisse umgekehrt. „Früher waren es Jugendliche, die bei den Unternehmen Schlange standen. Heute sind es die Betriebe, die verzweifelt um Bewerber buhlen“, sagte der UVM-Vorsitzende.

Die Wirtschaft wünscht sich, dass Neumünster auch nach der Kommunalwahl am 6. Mai organisatorisch und finanziell handlungsfähig bleibt. Van der Walle lobte ausdrücklich den Konsolidierungskurs der vergangenen Jahre.

Ulf Michel äußerte sich zum Verkauf eines 24 Hektar großen Grundstücks der Stadt im Gewerbepark Eichhof an die Edeka Nord. Ein Wermutstropfen sei, dass es sich dabei um die Verlagerung eines bereits ansässigen Unternehmens handele und damit nicht um den erhofften „ganz große Wurf“ an neuen Arbeitsplätzen. Dennoch sei die Entscheidung richtig, um ein Unternehmen mit 1200 Arbeitsplätzen vor Ort zu halten. Langfristig könne Edeka am neuen Standort zudem wachsen, sodass doch auf weitere Arbeitsplätze gehofft werden dürfe.

Da inzwischen in Neumünster die Gewerbeflächen knapp werden, riet Michel der Stadt, sich die an der Gadelander Straße frei werdende Edeka-Fläche durch ein Vorkaufsrecht zu sichern. Die Wirtschaftsagentur habe 2017 fast 150 000 Quadratmeter an Gewerbeflächen verkauft. Allein am Eichhof stünden noch einige wenige kleinere Flächen zur Verfügung.

Michel erneuerte daher seine Forderung an die Verwaltung, „mit Hochdruck an der Planung und Durchsetzung eines interkommunalen Gewerbegebietes“ zu arbeiten. Dass bereits Gespräche mit der Nachbargemeinde Krogaspe geführt würden, sei zu begrüßen.

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