Freiwillige Feuerwehr Neumünster-Stadtmitte : Facebook-Eintrag über Flüchtlingshilfe schlägt hohe Wellen

Sönke  Bumann
Sönke Bumann

Feuerwehrmann Sönke Bumann schilderte in dem sozialen Netzwerk, wie er und seine Kameraden im Internet angefeindet wurden.

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15. Juli 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Ein Eintrag auf der Facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte sorgt derzeit bundesweit für Aufsehen. Der Neumünsteraner Feuerwehrmann Sönke Bumann hat sich darin mit sehr persönlichen Worten an die Öffentlichkeit gewandt. Er schildert, wie er und seine Feuerwehr-Kameraden im Internet angefeindet wurden, weil sie beim Aufbau des Notquartiers für Flüchtlinge an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld geholfen hatten. Der Eintrag, den Bumann am späten Sonnabendabend ins Netz gestellt hatte, wurde bis gestern Abend fast 3500 Mal weiterverbreitet, erhielt mehr als 12 000 „Gefällt mir“-Angaben und rund 500 Kommentare, die fast ausschließlich positiver Natur sind. Auch das Magazin „Stern“ berichtet auf seiner Internetseite über den Neumünsteraner.

Die Kameraden der Wehr Stadtmitte hatten vergangene Woche damit begonnen, Bodenplatten in der Schule zu verlegen. „Schnell fanden sich anpackende Kameraden. So wie es halt bei der Feuerwehr üblich ist. Helfen, wo Hilfe gebraucht wird“, schrieb Sönke Bumann in dem sozialen Netzwerk. Nach getaner Arbeit stellte die Freiwillige Feuerwehr Brachenfeld einen Bericht darüber auf die Facebook-Seite. Was dann geschah, machte die Feuerwehrleute fassungslos. „In Kommentaren machten Mitbürger mit teils sehr zweifelhafter Wortwahl ihrem Unmut über das Geschehen Luft“, schrieb Sönke Bumann weiter. Der Eintrag wurde daraufhin aus dem Netz genommen.

Eine Äußerung erschreckte den Feuerwehrmann, der seit mehr als 20 Jahren im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte steht, besonders: „Es wurde die Frage an mich heran getragen, warum ich mich bereit erkläre, dabei zu helfen, diese Notunterkunft aufzubauen. ‚Ihr sollt doch Feuer löschen!‘, hieß es in dem Kommentar.“

Sönke Bumann gab auf diese Frage eine deutliche Antwort: „Als junger Mann habe ich mich damals verpflichtet, jedem zu helfen, der Hilfe braucht. Egal wo er herkommt, welche Religion dieser Mensch hat oder wer er ist. Und seit über 20 Jahren interessiert es mich nicht, ob der Mensch am Fenster im 3. Stock, hinter dem schon die Flammen hoch schlagen, ein Pastor, ein Steuerhinterzieher oder gar ein Mörder ist. Dieser Mensch braucht jetzt meine Hilfe! Punkt! Und so verfahren tausende Feuerwehrleute. Überall! Und es muss nicht immer das große Feuer sein. Die berühmte Katze im Baum oder einfach mal nur ein Pflaster kleben. So kommt es auch vor, dass die Leute von der Feuerwehr in einer Sporthalle Feldbetten aufstellen. Ohne zu fragen warum. Das macht die Feuerwehr aus, und darum bin ich gern im Dienst der Feuerwehr.“

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Die positive Resonanz, die Sönke Bumann auf seinen Eintrag erhielt, war riesig. „Großartig! Ein Beispiel für das, was wir alle sein sollten, menschlich und mitfühlend“, schrieb eine Facebook-Nutzerin. Ein Hamburger Feuerwehrmann veröffentlichte: „Wenn man solche Menschen wie Dich kennenlernen darf, bleibe ich optimistisch, dass wir weiterhin gemeinsam allen Menschen helfen werden. Ich bin froh und stolz, dass solche Kameraden in der Feuerwehr sind.“

Sönke Bumann selbst möchte sich zu dem Thema nicht weiter äußern: „Alles andere wäre Selbstdarstellung, und da ich nur einer von vielen bin, würde dies nicht meiner Einstellung zum Feuerwehrdienst entsprechen.“

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