zur Navigation springen

Sommerferien : Experten geben Tipps für die Urlaubslektüre

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Courier hat sich in der Stadtbücherei und in Buchhandlungen umgehört, welche Bücher für die Sommerferien empfehlenswert sind.

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Urlaubszeit ist Lesezeit. Doch die Auswahl an neuen Büchern und alten Klassikern ist so groß, dass viele Menschen gar nicht wissen, für welches Werk sie sich entscheiden sollen. Der Courier hat sich daher in der Stadt umgehört und Buchhändler und Bücherei-Mitarbeiter nach ihren ganz persönlichen Tipps für den Sommerurlaub gefragt.

Neele Johannsen von der Buchhandlung Hugendubel in der Holsten-Galerie empfiehlt Kent Harufs Roman „Unsere Seelen bei Nacht“. Er handelt von der 70-jährigen Addie, die die einsamen Nächte nicht mehr aushält und ihrem Nachbarn Louis vorschlägt, diese mit ihr zu teilen. Schneller als ihnen bewusst ist, werden sie zum liebsten Tratsch-Thema ihrer Gemeinde. Und auch die Familien der beiden Nachteulen sind nicht wirklich begeistert. Ist es wirklich unmoralisch, Einsamkeit zu teilen, damit sie erträglicher wird? „Dieses Buch hat mein Herz im Sturm erobert, denn das eigene Älterwerden und der Umgang mit den dazugehörigen Gedanken ist etwas, womit man sich im Allgemeinen nur ungern auseinandersetzt“, sagt Neele Johannsen.

Ihr zweiter Lesetipp ist das Buch „Cavaliersreise“ von Mackenzi Lee: „In diesem Buch werden eine Vielzahl von Themen angesprochen, zum Beispiel Homo- oder Bisexualität, Feminismus, Rassismus, Alkoholismus, Diskriminierung durch Krankheit und familiäre Gewalt. Was dieses Buch so besonders macht, ist nicht nur der Charakter der Hauptperson, sondern der Schreibstil Lees, der historisch angelehnt ist und sich doch sehr gut ins 21. Jahrhundert einfügt.“

Auch Tina Krauskopf und Jan Bülck von der Buchhandlung Krauskopf am Großflecken schwärmen für das Werk von Mackenzi Lee. Als Lesetipp haben sie aber noch zwei weitere Bücher in petto. „Ich empfehle für die Ferien das Buch ‚Willkommen im Hirschkäfer-Grill‘ von Constanze Spengler. Es ist für Kinder von 5 bis 95 geeignet und ideal zum Vorlesen auf langen Autofahrten. Es ist sehr liebenswert und hat einen ganz subversiven Humor“, sagt Jan Bülck. Tina Krauskopf hat sich für das Buch „Herz auf Eis“ von Isabelle Autissier entschieden. Es handelt von einem jungen Paar, das sich eine Auszeit gönnt und ein Jahr lang um die Welt segelt. Diese Reise entwickelt sich zu einem wahren Überlebenskampf im Südpolarmeer. „Das Buch ist sprachlich ganz großartig und sehr authentisch. Das Pärchen strandet auf einer einsamen Insel, und es ist sehr spannend zu lesen, wie es sich auf ganz elementare Fertigkeiten konzentrieren muss, die es aber eigentlich gar nicht mehr hat – beispielsweise das Feuermachen“, sagt Tina Krauskopf.

Burkhard Möbius von der Buchhandlung Trio am Kuhberg kann den Lesern das Buch „Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete“ von Albrecht Gralle ans Herz legen. Der Reformator wird vom Blitz getroffen und findet sich plötzlich im Jahr 2017 wieder. „ Der Roman ist sehr unterhaltsam und eine Zeitreise mit allerlei Kuriositäten“, sagt Burkhard Möbius. Für genauso empfehlenswert hält er die Biografie von Patricia Kelly mit dem Titel „Der Klang meines Lebens“. Die Sängerin der Kelly Family berichtet darin auf sehr persönliche Weise von den Höhen und Tiefen ihres Lebens. „Patricia Kelly hat das Buch selbst geschrieben, und es hebt sich wirklich wohltuend von sonstigen Promi-Biografien ab. Man merkt beim Lesen, was für ein lebensfroher und sympathischer Mensch sie ist. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, weil es mich wirklich mitgerissen hat“, sagt Burkhard Möbius.

Frauke Tensfeldt von der Stadtbücherei an der Wasbeker Straße ist begeistert von Dieter Bednarz’ Werk „Schwer erleuchtet“. Es handelt von einem Ehepaar, das auf einer Ayurveda-Kur einen Mönch kennenlernt, der im Laufe der Zeit die gesamte Nachbarschaft dazu bringt, über den Sinn des Lebens nachzudenken. „Das Buch ist sehr kurzweilig und humorvoll, aber man kann auch eine Menge daraus mitnehmen“, sagt Frauke Tensfeldt. Ihre zweite Empfehlung ist der Krimi „Blutvilla“ von Stefanie Gregg und Paul Schenke. Er handelt von einer Millionärin, die erschlagen in ihrer Villa in Flintbek aufgefunden wird. Feinde hatte sie mehr als genug. Doch die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwierig. „Krimis sind allgemein sehr beliebt bei den Lesern“, weiß Frauke Tensfeldt.

Das bestätigt auch Tina Krauskopf: „Krimis und leichte Unterhaltung sind in der Urlaubszeit sehr gefragt. Viele Kunden lassen sich bei der Auswahl auch gerne von uns beraten und vertrauen auf unsere Empfehlungen.“

Auch bei Hugendubel ist der Bedarf nach Beratung groß. „Besonders in der letzte Woche vor den Ferien war das der Fall“, sagt Neele Johannsen. Und auch hier sind die Vorlieben der Kunden eindeutig: „Viele bevorzugen für den Urlaub Krimis oder leichtere Sommerlektüre.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen