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Filmdreh an der Färberstraße : Ex-Kaserne wurde zur „Tatort“-Kulisse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein 40-köpfiges Filmteam drehte an der Färberstraße Szenen für eine neue Folge der Krimi-Reihe mit Schauspieler Wotan Wilke Möhring.

Neumünster | Die Zeiten, in denen die Hindenburg-Kaserne eine Hauptrolle im Leben von vielen Soldaten aus Neumünster und Wehrpflichtigen aus der ganzen Republik spielte, sind lange vorbei. Doch jetzt schaffte es das inzwischen reichlich heruntergekommene Gemäuer an der Färberstraße immerhin noch zur Kulisse in einer Folge des Hamburger „Tatorts“ mit Wotan Wilke Möhring als Kommissar Thorsten Falke. Zwei Tage lang hat sich eine 40-köpfige Filmcrew der Produktionsfirma „Wüste Medien“ aus Hamburg dort einquartiert.

In den Gewahrsamszellen des ehemaligen Wachlokals an der Färberstraße wurden Szenen für eine Folge aufgenommen, die voraussichtlich im Herbst 2015 über die Bildschirme flimmern wird. Neumünsteraner brauchen sich aber kaum Hoffnungen zu machen, im „Tatort“ viel Lokalkolorit wiederzufinden. Der gesamte Dreh fand ausschließlich im Zellentrakt statt, und laut Drehbuch spielt alles in Salzgitter. Nur ein paar Scheinwerfer, die von außen das zu trübe Tageslicht ersetzten, und ein Tross aus Miet-Lastwagen und Wohnmobilen auf dem Gelände deuteten darauf hin, dass sich das „Tatort“-Team in die Schwalestadt verirrt hatte.

Ein so genannter „Location-Scout“ war bei seiner Suche nach geeigneten Drehorten auf die leere Hindenburg-Kaserne und die vergitterten Fenster aufmerksam geworden. Weil der Dreh in einer echten Haftanstalt sehr viel problematischer ist, wurde die Kaserne schließlich aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Der Geheimhaltung fühlen sich die Filmemacher von heute übrigens mindestens genauso verpflichtet wie die Bundeswehr seinerzeit im Kalten Krieg. Fotos am eigentlichen Set waren für den Courier komplett tabu, damit „nichts von der Handlung verraten wird“, wie die Aufnahmeleiterin vor Ort betonte. Auch die Schauspieler durften nicht fotografiert werden – dazu müsste langwierig die Zustimmung diverser Agenturen eingeholt werden, hieß es. Schauspieler Wotan Wilke Möhring war zwar in Neumünster, saß aber die meiste Zeit in der mobilen Maskenbildnerei oder im gut geheizten Wohnmobil.

Und noch eine Parallele zur Bundeswehr und dem Soldatenmotto „Ohne Mampf kein Kampf“ gibt es: Auch bei den Filmleuten hält das Essen Leib und Seele zusammen. Pünktlich um 12.30 Uhr gingen gestern alle Lampen aus, und bis auf eine Set-Wache strömten alle zum Essen auf das Gelände des gegenüberliegenden Gefahrenabwehrzentrums.

Gegen 17 Uhr fiel gestern die letzte Klappe, und bis heute Mittag soll die Ausrüstung komplett abtransportiert sein. Die Hindenburg-Kaserne darf wieder in ihren Dornröschenschlaf zurückfallen.

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