Theater in Neumünster : Europareise für Theatergänger

Auf eine abwechslungsreiche und spannende Theatersaison freuen sich Programm-Managerin Sünne Höhn vom Kulturbüro und der Kulturdezernent Carsten Hillgruber.
Auf eine abwechslungsreiche und spannende Theatersaison freuen sich Programm-Managerin Sünne Höhn vom Kulturbüro und der Kulturdezernent Carsten Hillgruber.

Spielsaison 2018/2019 bietet viel Geschichte, aber auch Klassiker und leichte Kost / Abonnenten können exklusiv bis 20. Juni buchen

shz.de von
17. Juni 2018, 08:30 Uhr

Neumünster | Schon Monate im Voraus bucht Sünne Höhn die Engagements für die nächste Theatersaison. Dass sie dabei den „richtigen Riecher“ hat, zeigt das Kaleidoskop der Bühnenkunst für 2018/2019. „Das Publikum geht auf eine theatralische Europareise“, sagte die Expertin des Kulturbüros, die jetzt mit Stadtrat Carsten Hillgruber die Highlights vorstellte.

Europa einst und jetzt, Herausforderungen durch Aufklärung, technische Revolution und Ideale: Autor Konstantin Küspert reflektiert politische und gesellschaftliche Entwicklungen von der Antike bis in das blutige 20. Jahrhundert („Europa verteidigen“) – mit ironischem Blick und satirisch zugespitzt. Aus der Perspektive einer WG, die auf menschlicher Ebene Freundschaft, Liebe und Abenteuer lebt, erzählt „Auerhaus“. Zwischen Goldgräberstimmung und Götterdämmerung der Wall Street spielt das Stück „Lehman Brothers“, in dem der Autor in einer Familien- und Wirtschaftssaga eine Lehrstunde über Kapitalismus erteilt.

Europa und seine Regenten nehmen „König Richard III“ von Shakespeare mit Schauspieler Max Tidof („Vergesst Mozart“) als tragischer König und „King Charles III“ in den Fokus, bei dem den aktuellen Royals der Spiegel vorgehalten und ihre Bedeutung beleuchtet wird. „Selbst der Geist von Lady Di ist in das Geschehen verwickelt“, schmunzelt Sünne Höhn. Aber auch Klassiker wie der Brecht’sche „Kreidekreis“, „Goethes sämtliche Werke leicht gekürzt“ und Goethes „Faust“ als Forschungsreise nach den Grenzen der Wissenschaft und Liebe passen zum Europa-Thema.

Um romantische Gefühle, Erotik und Beziehungsdramen drehen sich „Romeo & Juliet“ (in englischer Sprache), die „Reifeprüfung“, in deren Filmversion Dustin Hoffmann Kult wurde, und „Sommerabend“ (mit Jutta Speidel), in der ein junges Paar fast wie bei „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ bei einem Gespräch aus den Fugen gerät und letztendlich ihre Gefühle retten müssen.

Doch es gibt auch leichtere Kost: „Bunbury“ von Oscar Wilde ist eine amüsante Verwirrungskomödie über ein doppeltes Doppelleben zweier Lebemänner, und im „Facebook-AGB“-Musical werden absurd die staubtrockenen Geschäftsbedingungen mit einer Liebesgeschichte verflochten. Wer es komisch bis schräg liebt, kommt in der Kabarett-Abteilung auf seine Kosten: Jörg Knör parodiert Stars und Promis – ob Trumps Pornoqueen-Desaster, Merkels Therapeuten-Sitzung oder Prinz Harrys Hochzeitsnacht. Werner Brix startet „Mit Vollgas zum Burnout“ und nimmt den modernen, vom Terminkoller und Handymanie terrorisierten Menschen auf die Schippe, Kristian Bader verteidigt als „Caveman“ altmodische Anmache. Ein besonderes Musical ist „Black Rider“ aus der Feder von Rocklegende Tom Waits – der „Freischütz“ im spektakulären neuen Gewand.

Je nach Geschmack und Wunschstimmung können Theatergänger Abonnements buchen: „Sprachgewalt“, „Hochstimmung“, „Textsicher“ und zum Hineinschnuppern „Abwechslung“.

„Auch wenn die Zahl der Abos von 1500 auf 1400 gesunken ist, blicken wir trotzdem auf eine erfreuliche Saison zurück, denn die Gesamteinnahmen sind auch durch mehr Besucher auf über 280 000 Euro gestiegen, davon kamen 215 000 durch eigene Veranstaltungen zustande“, zog Stadtrat Carsten Hillgruber eine positive Bilanz.

Insgesamt kamen über 20 000 Besucher, davon etwa 6000 Kinder und Jugendliche in die erfolgreichen Projekte Theaterstürmer, Schultheaterfestival und auf junge Theaterfans zugeschnittene Angebote. In der kommenden Saison gehören dazu Klassiker wie „Tintenherz“ von Cornelia Funke, „Pettersson und Findus“ und „Nennen wir ihn Anna“, das Mobbing thematisiert.

Bis zum 20. Juni haben Abo-Bucher den Vortritt, danach startet der freie Verkauf. Theaterbroschüren liegen im Kulturbüro am Kleinflecken und in der Innenstadt aus; Infos im Internet: www.neumuenster.de/kultur. Karten gibt es im Kulturbüro, Tel. 942-3316, E-Mail: kulturbuero@neumuenster.de.



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