zur Navigation springen

Stadttöpferei : „Europa ist ganz anders als Japan“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Asana Fujikawa (36) arbeitet jetzt im Künstlerhaus.

von
erstellt am 10.Jun.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Das Künstlerhaus der Stadttöpferei am Fürsthof hat einen neuen Gast: Vor drei Tagen kam die Künstlerin Asana Fujikawa (36) aus Hamburg in Neumünster an. Im Gepäck hatte sie einige Skulpturen sowie viele neue Ideen. „Ich interessiere mich besonders für die Industriegeschichte von Neumünster und habe auch schon recherchiert“, sagte die aus Japan stammende Künstlerin.

Jeden Monat arbeiten zwei Experten gemeinsam in der Stadttöpferei und präsentieren nach vier Wochen ihre Arbeiten. Die künstlerische Leiterin des Projekts „Ceramic Artist Exchange-Tandem“, Danijela Pivasevic-Tenner, sprang gerade als Ersatz für den zweiten Künstler ein. „Eigentlich sollte Asana mit Russ Orlando aus Detroit zusammenarbeiten. Aber es gab Schwierigkeiten mit seinem Pass und dem Flug, und nun wird er voraussichtlich nicht mehr kommen“, erklärte sie die Situation und ergänzte: „Der Plan B ist, dass ich Asanas Tandempartner bin. Vielleicht arbeitet sie aber auch allein und hat so mehr Raum.“

Im Hamburg hat die Künstlerin, die in Tokio geboren wurde, bereits Keramik aus einem besonders feinen Ton hergestellt. „Das Material nennt sich Paperclay und besteht aus Ton und Zellulose, also Papier. Damit kann man besonders präzise arbeiten und ganz feine Strukturen herstellen“, sagte Asana Fujikawa. Sie lässt sich von der japanischen und europäischen Mythologie inspirieren und beschäftigt sich auch mit der Rolle der Frau in Japan und Deutschland. „Noch immer ist die Rolle der Frau in Japan streng definiert über das Heiraten und Kinderkriegen. Hier ist es lockerer. Europa ist eben ganz anders als Japan“, sagte sie über die Unterschiede der Kulturen.

Seit neun Jahren lebt Asana Fujikawa bereits in Deutschland und spricht fließend Deutsch. Letztes Jahr hat sie an der Hochschule für bildende Künste ihren Master erlangt und widmet sich nun ihrem Beruf als freie Künstlerin. „Für drei meiner Skulpturen, die ‚Seelenbehälter‘, habe ich mich von japanischen Comics und der griechischen Mythologie inspirieren lassen. So entsteht zu jeder Figur auch eine Geschichte“, sagte sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen