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Bordesholm : Es wurden alle Erwartungen übertroffen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Ensemble Nobiles berührte sein Publikum mit gewaltigen Stimmen und großem Gesang. 380 Besucher kamen in die Bordesholmer Klosterkirche.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 08:00 Uhr

Bordesholm | Wenn sich fünf junge Männer – keiner von ihnen älter als 26 Jahre – der mehrstimmigen Vokalmusik verschrieben haben und ihr Programm mit geistlichen Motetten und Volksliedern gestalten, darf man gespannt sein. In erwartungsvoller Neugier strömten am Mittwochabend 380 Besucher in die Bordesholmer Klosterkirche, um dem Konzert des Ensemble Nobiles beim Schleswig-Holstein Musik-Festival beizuwohnen.

Pünktlich um acht Uhr betraten die beiden Tenöre Paul Heller und Christian Pohlers, Bariton Felix Hübner sowie die Bassisten Lukas Lomtscher und Lucas Heller die Bühne vor dem Altar. Zurückhaltend, fast schüchtern, begrüßten sie ihr Publikum.

Dann die erste Motette, komponiert vom Ensemblemitglied Paul Heller. Bereits im ersten Stück bewiesen die fünf Sänger ihr außergewöhnliches Können. Von Schüchternheit keine Spur mehr. Mittelalterlich anmutende Quart- und Quintklänge in der anschließenden „Cantate Domino“ von Bertold Hummel füllten den Kirchenraum bis in die letzte Reihe. So viel Klangerlebnis, erzeugt allein durch fünf junge Sänger, das Publikum traute seinen Ohren kaum und spendete begeisterten Beifall.

Im Mittelpunkt des geistlichen Programmteils standen zweifelsohne die „Quatre petites prières de Saint Francois d‘ Assise“ von Francis Poulenc. Hier bewies das Ensemble einmal mehr sein hohes Niveau: Es zeigte eine unglaubliche Intonationssicherheit, verfügte über alle Facetten der dynamischen Farbpalette und gab die teilweise impressionistischen Klänge Poulencs sehr eindrucksvoll wieder. Selbst beim Thema „Tod“, der in jungen Jahren gemeinhin keine große Rolle spielt, gelang den Sängern eine intensive musikalische Ausgestaltung. „Herr, lehre mich doch, dass es ein Ende haben muss“ von Rudolf Mauerberger ergriff das Publikum dermaßen, dass der Beifall ausblieb und die Kirche minutenlang in Schweigen lag.

Nach der Pause wendete sich das Blatt. Nun standen Kompositionen und Volkslied-Arrangements für Männerchöre auf dem Programm. In Stücken von Mendelssohn, Reger und Grieg offenbarte jeder der fünf Sänger Soloqualitäten und verwies all jene in die Schranken, die behaupten, dass ein Männerchor nur „laut und grölend“ klingen kann.

Als das Vokalensemble sein Publikum zum Mitsingen der beiden Silcher-Sätze „Ännchen von Tharau“ und „Untreue“ aufforderte, kannte die Freude keine Grenzen. Beflügelt erklatschte sich das Publikum zwei Zugaben: ein virtuoses und lustiges Arrangement des Volkliedes „Ein Jäger längs dem Weiher ging“ und – passend zum Ende– „Schöne Nacht“ von Wilhelm Nagel.

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