zur Navigation springen

Es wird weiter dringend Wohnraum für Asylbewerber gesucht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In diesem Jahr werden voraussichtlich 500 Asylbewerber im Kreisgebiet Segeberg unterzubringen sein. „Es ist jedoch damit zu rechnen, dass die Anzahl der Antragsteller, insbesondere aus Syrien, noch deutlich steigt“, mutmaßte Vorsteher Geert Uwe Carstensen (CDU) auf der Personal- und Finanzausschusssitzung des Amtes Boostedt-Rickling.

Die aktuelle Problematik für das Amt entstehe daraus, dass der zur Verfügung stehende Wohnraum erschöpft sei, erläuterte der leitende Verwaltungsbeamte Sven Plucas. Zurzeit sind 24 Erwachsene und elf Kinder im Amtsgebiet untergebracht. Eine weitere Zuweisung von 21 Personen stehe ins Haus. „Der Druck auf unser Amt, Asylbewerber unterzubringen, steigt.

Zum Thema Umgang mit Asylbewerbern, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind, stellte Dr. Anne Engelhard (69) dem Ausschuss ihre Initiative einer Unterstützergruppe vor. „Bis zu einem endgültigen Entscheid können leicht einmal zwei Jahre vergehen. Bis dahin leben diese Menschen hier mit uns. Sie haben jedoch kein Anrecht auf integrative Unterstützung, wie Sprachkurse oder Hilfe bei Alltagsproblemen“, erläuterte Anne Engelhard, die sich seit sechs Jahren ehrenamtlich um im Anerkennungsverfahren befindliche Asylbewerber kümmert. Vom Amt wünscht sie sich Unterstützung „auf dem kleinen Dienstweg“. So zum Beispiel, dass ein Raum für gemeinsame Treffen zur Verfügung gestellt wird. Von Amtswegen kann es aus rechtlichen Gründen keine finanziellen Zuwendungen geben, doch die Ausschussmitglieder bekundeten, dass sie die Initiative im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen würden.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde beschlossen, dass es keine generellen Zuschüsse vom Amt mehr geben wird. Die Gemeinden entscheiden nun einzeln darüber, ob sie gemeindeübergreifende Initiativen, wie die ambulante Suchthilfe, unterstützen wollen.

Ebenso musste die bisherige solidarische Praxis der Abrechnung der Bestattungen für Verstorbene ohne Angehörige über die Amtsumlage aus rechtlichen Gründen aufgegeben werden. Die Kosten hierfür betrugen in den vergangenen Jahren jährlich etwa 30 000 Euro. Dies trifft insbesondere den Ricklinger Haushalt schwer, in dem jetzt diese Leistungen mit rund 20 000 Euro zu Buche schlagen werden. Auf einen von Geert Uwe Carstensen angeregten amtsinternen Solidarpakt konnte sich der Ausschuss nicht einigen.

Schlechte Nachrichten hatte Sven Plucas außerdem im Hinblick auf das neue Finanzausgleichsgesetz. „Sollten zu Beginn der gesetzlichen Beratungen noch 313 000 Euro in das Amt fließen, so sind es nach den neuesten Berechnungen nur noch 99 000 Euro.“



zur Startseite

von
erstellt am 28.Feb.2014 | 17:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen