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Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 06:27 Uhr

VHH-Busse : Es wird noch hart gepokert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verhandlungen um den Übergang der Busfahrer, Busse und des Betriebshofs von den VHH auf die Stadtwerke gehen in entscheidende Phase

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Neumünster | Die Verhandlungen zwischen den Stadtwerken (SWN) um die Übernahme des Busverkehrs von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) gehen in die entscheidenden Runden – und dabei wird offenbar noch hart um Details gepokert.

Die Stadtwerke wollen sich dabei noch nicht in die Karten gucken lassen. „Wir sind mitten drin in den Verhandlungen. Konkretes können wir im September sagen“, erklärte Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt auf Courier-Nachfrage. Die neue Gesellschaft werde eine 100-prozentige Tochter der SWN – „so steht es im Ratsbeschluss, und das setzten wir um“, sagte Schmidt.

Dabei sind Fragen wie der Betriebsübergang der bei den VHH beschäftigten 64 Busfahrer, der Busse und des erst 2006 gebauten VHH-Betriebshofs an der Rendsburger Straße 87 zu klären. Er ist von den Stadtwerken zurzeit auf 30 Jahre von den VHH gepachtet. Seit 1956 leisten die VHH im Auftrag der Stadt beziehungsweise der Stadtwerke den Öffentlichen Personennahverkehr. Sie wollen sich aber aus wettbewerbsrechtlichen Gründen aus Neumünster zurückziehen und auch so früh wie möglich aus dem noch bis Ende 2015 laufenden Vertrag heraus.

Für den Betriebsübergang werde von den VHH und den SWN der 1. Januar 2015 als Termin angepeilt, und das sei „keineswegs unrealistisch“, sagte VHH-Sprecher Martin Beckmann. Die Verhandlungen nannte er „ausgesprochen kooperativ“. Fast abgeschlossen ist laut Beckmann die Bestandsaufnahme und Bewertung des Betriebshofes mit seinem Inventar. „Hierüber wird ebenfalls gerade mit den SWN verhandelt, darüber hinaus natürlich auch über den Fahrzeugbestand. Zeitgleich laufen die Tarifverhandlungen für unsere Angestellten, involviert sind hier die SWN, die VHH-Tarifkommission und die Gewerkschaft Verdi“, so Beckmann. Die bis dato verstrichene Zeit von fast einem Jahr Verhandlungen sei bei Projekten dieser Größenordnung und Komplexität keine Seltenheit.

Die VHH-Busfahrer sehen die Verhandlungen gelassen. Anfang September stehen zwei weitere Verhandlungstage an. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Überleitungstarifvertrag noch im September unter Dach und Fach bekommen. Wir freuen uns auf die Stadtwerke“, sagte Betriebsrat Klaus Brandt. Er ist auch Mitglied der Tarifkommission und der Vertretung, die mit den Stadtwerken den Betriebsübergang verhandelt.

„Die meisten werden den Übergang mitmachen“, ist Brandt überzeugt. Etwa 90 Prozent der VHH-Mitarbeiter an der Rendsburger Straße wohnen auch in Neumünster. Wer bei den VHH bleiben möchte, müsste weite Wege zur Arbeit auf sich nehmen, so Brandt. Der nächstgelegene Betriebshof befindet sich in Quickborn.

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