„Es war wie ein Stromschlag in den Beinen“

Prof. Dr. Hans-Christian Hansen, Chefarzt der Neurologie und Psychiatrie im FEK (links), und Siegfried Schulz-Kölln vom Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke hatten den ALS-Tag im Krankenhaus organisiert.
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Prof. Dr. Hans-Christian Hansen, Chefarzt der Neurologie und Psychiatrie im FEK (links), und Siegfried Schulz-Kölln vom Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke hatten den ALS-Tag im Krankenhaus organisiert.

Betroffene und Mediziner informierten beim Aktionstag im Freidrich-Ebert-Krankenhaus über die tückische Krankheit ALS

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03. November 2014, 13:34 Uhr

Die „Ice Bucket Challange“ machte sie bekannt: Spätestens seit der ungewöhnlichen weltweiten Spendenaktion im Internet ist die Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, in aller Munde. Am Sonnabend veranstaltete das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Kooperation mit der Gesellschaft für Muskelkranke einen Infotag, der über die Hintergründe der tückischen Krankheit aufklärte. 65 Interessierte, Angehörige und Betroffene konnten sich in Vorträgen und mit Infomaterial rundum schlau machen.

„ALS ist für jeden eine Schock-Diagnose, denn die Krankheit ist nicht heilbar. Im FEK behandeln wir durchschnittlich bis zu fünf ALS-Neuerkrankungen pro Jahr“, verriet Professor Dr. Hans-Christian Hansen, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Psychiatrie.

In der Regel beginnt die Krankheit mit unspezifischen Symptomen, die auch anderen Krankheiten zugeordnet werden können. „Es kann bis zu ein Jahr dauern, bis man ALS sicher diagnostizieren kann, das ist natürlich sehr belastend für die Patienten. Was für diese Krankheit ursächlich ist, ist bis heute nicht bekannt“, berichtete der Mediziner.

Der Krankheit wird mit der Zeit schlimmer. Es können Lähmungserscheinungen in Händen oder Füßen auftreten, die sich über den ganzen Körper ausweiten. Die Sprache wird in der Regel beeinträchtigt, viele Patienten haben Probleme beim Schlucken. Mit einer Tablettenbehandlung seien Mediziner in der Lage, zumindest das Fortschreiten zu verzögern und den Patienten eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

Jutta Sötje aus dem Raum Itzehoe lebt seit zehn Jahren mit ALS. „Es war wie ein Stromschlag in den Beinen, und ich fiel zu Boden. Als es ein weiteres Mal passierte, bin ich in eine Klinik gefahren, in der man zum Glück sehr schnell ALS diagnostizierte“, erzählte sie, wie sich die Krankheit erstmals zeigte. „Mein Leben hat sich stark verändert. Ich kann meinen Beruf nicht mehr ausüben, bin zu Hause auf einen Gehwagen und unterwegs auf einen Rollstuhl angewiesen“, erzählte sie.

Dennoch hat sie sich nicht unterkriegen lassen. „Ich habe Spaß am Leben. Ich bin überall dabei und genieße zum Beispiel die Fotografie als Hobby“, erzählte sie weiter. Veranstaltungen wie die im FEK besuche sie zudem regelmäßig. „Sonst hat man kaum Gelegenheit, solche Referenten, die allesamt Koryphäen auf ihrem Gebiet sind, kennen zu lernen“, meinte die Frau aus Itzehoe. Foto: 



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