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Niederdeutsche Bühne : Es war nur ein Schluck zu viel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei der Silvesterpremiere der NBN amüsierten sich 580 Besucher köstlich / Im Januar gibt es noch weitere Vorstellungen

Was hat er bloß angerichtet und was, um Himmels willen, ist in der vergangenen Nacht passiert? Es war bloß „Een Sluck toveel“ – und das bis dahin so geregelte Leben des angesehenen Beamten Martin Fehringer versinkt im Chaos. Mit der turbulenten Komödie rund um Filmrisse und Eifersüchteleien feierte die Niederdeutsche Bühne im ausverkauften Theater in der Stadthalle ihre Silvesterpremiere. 580 Besucher wollten sich den Dreiakter von Pierre Chesnot in der niederdeutschen Bearbeitung von Frank Grupe nicht entgehen lassen. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Was das Ensemble rund um Regisseur Grupe an schauspielerischer Präzision bot, ließ die Zuschauer sofort vergessen, dass dort „nur“ Laiendarsteller auf der Bühne agierten.

„Karamba, Karacho, ein Whisky!“ Während Heinos Trinklied aus den Lautsprechern schallt, geht der Vorhang auf, und zum Vorschein kommt ein mondänes Wohnzimmer, mitsamt einer aufgeklappten Schlafcouch in der Mitte. Hier erwacht, völlig verkatert, Martin Fehringer – und neben ihm eine fremde Frau. Martin hat nicht die leiseste Ahnung, woher er die attraktive Laura kennt, wie er in ihr Bett gekommen ist und woher das üppige Geldbündel in seiner Tasche stammt. Fest steht nur eines: In der vergangenen Nacht muss jede Menge Alkohol geflossen sein, denn Martins Gedächtnis ist wie ausgelöscht. Bereits in der Anfangsszene bewiesen Dirk Bock als Martin Fehringer und Birgit Müller als Laura ihr großes situationskomisches Talent. Als völlig verkaterter Nachtschwärmer, der beim Anziehen seiner Socken die Balance verliert, torkelt Bock gekonnt durchs Zimmer, während Birgit Müller als kesse Laura sehr überzeugend versucht, im begriffsstutzigen Lover die Erinnerungen an die wilde Nacht zu wecken. Vergeblich. Als dann auch noch Lauras eifersüchtiger Ehemann Mark (Jürgen Göttsche) mit den Schwiegereltern (Simone Schwarzenberger und Volker Rohwedder) im Schlepptau und Martins misstrauische Ehefrau (Josefine Schwarzenberger) auftauchen, ist Martin der Verzweiflung nahe. „Nun sit ick in de Schiet!“ Jetzt hilft nur noch eins: Lügen, was das Zeug hält. Doch selbst Lauras Unterstützung will nicht recht helfen. Martin verstrickt sich mehr und mehr in immer neue Lügengeschichten, und die Schwierigkeiten werden größer, zumal ein Kriminalkommissar und ein gefährlicher Gangster (Werner Münz in einer Doppelrolle) es offensichtlich auf ihn abgesehen haben. Und dann ist da ja auch noch die Leiche, die es mit Hilfe seines Freundes Philipp (Frank Juds) im Garten zu entsorgen gilt.

Wie bei jeder guten Komödie stieg das Vergnügen des Publikums mit jeder neuen Verwicklung. „Dat war ick mien Leevdag nie vergeten“, kommentierte Martin das Geschehen am Ende der zweistündigen Vorstellung. Die Besucher in der Stadthalle wohl auch nicht. Ihnen hatte das Ensemble der Niederdeutschen Bühne einen wunderbar amüsanten Theaterabend beschert. Es gab sehr viel Applaus und „Bravo“-Rufe für Hauptdarsteller Dirk Bock.

Die weiteren Vorstellungen von „Een Sluck toveel“: 10. Januar (20 Uhr), 11. Januar (15 Uhr), 13. bis 15. Januar (20 Uhr, alle NBN-Studiobühne Klosterstraße), 16. und 17. Januar (20 Uhr, Theater in der Stadthalle), 18. Januar (20 Uhr) und 19. Januar (16 Uhr, beide im Studio).

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erstellt am 02.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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