Es muss eine zentrale Erfassung her

Über die Planung von Kita-Plätzen

shz.de von
18. Mai 2013, 03:59 Uhr

Die Stadt investiert Millionen in Kindertagesstätten und baut aus. Allein die Unterhaltung von Plätzen in Kitas, Krippen und bei Tagesmüttern kostet Neumünster 22 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Millionen, die die freien Träger wie Kirchen und Sozialverbände ausgeben. Das ist richtig viel Geld, aber es ist natürlich gut investiertes Geld. Über diese Ausgaben darf man nicht jammern; sie sind in unserer modernen Zeit schlicht unumgänglich.

Umso unverständlicher ist aber doch, dass bei der Stadt niemand weiß, wie hoch eigentlich der Bedarf ist. Wie viele Eltern brauchen für ihr Kind einen Platz in welcher Art von Einrichtung und zu welchen Zeiten? Das ist eine unbekannte Größe, und darum schreibt die Verwaltung jetzt alle Eltern an und bittet höflichst unter Beachtung von Anonymität um ein paar dürre Angaben. Netter Versuch, nicht mehr. Viele Eltern melden ihr Kind nach der Geburt in zig Kitas an, um irgendwann einen Platz zu bekommen. Das verfälscht enorm die Statistik. Die Stadt sollte alle Träger unter das Dach einer zentralen Erfassung bekommen und sie notfalls zwingen. Sonst schafft jeder munter neue Kitaplätze, die Stadt zahlt, und am Ende sind die kleinen Stühlchen leer, weil man mit Phantomkindern gerechnet hat. Das kann es doch nicht sein.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen