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Boostedt : „Es ist gut für uns: Wir sind hier sicher“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Boostedter Aufnahmestelle sind die ersten 44 Flüchtlinge eingetroffen. Betreuer, Wachleute, Polizisten, Verwaltungs- und medizinische Angestellte haben ihre Arbeit aufgenommen .

Boostedt | Nun sind sie da, die Boostedter Flüchtlinge. Nachdem am 1. April die ersten 31 Menschen aufgenommen wurden, kamen am Donnerstag noch einmal 13 weitere Frauen, Männer und Kinder in der neuen Zweigstelle der Zentralen Aufnahmestelle an. Sie stammen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Armenien, Somalia und Serbien.

In den Gebäuden der ehemaligen Rantzau-Kaserne stehen ihnen nun für die nächsten Wochen Unterkunft, Verpflegung und Betreuung zur Verfügung. Danach werden sie in die Städte und Kreise im Land weiterverteilt. Doch zunächst sollen sie in Boostedt die Möglichkeit haben, zur Ruhe kommen.

„Es ist gut für uns. Wir sind hier sicher. Es ist sauber, und die Leute sind freundlich. Von hier aus werden wir weitersehen“, berichtete Sayed Farid Mousavi. Der 25-jährige Afghane spricht Englisch. Das macht ihm die Kommunikation mit dem Personal und den Behörden relativ leicht. Es hilft aber auch seinem Landsmann und Zimmergenossen Abdulaziz Aziz (67) der nur das persische Dari spricht.

Die Infrastruktur der Unterkunft wurde in den vergangenen Wochen mit Hochdruck aufgebaut. Zahlreiche Handwerker sind noch am Start, doch das Gros der Arbeiten ist abgeschlossen. „Wir sind zufrieden, dass wir so weit gekommen sind, denn es war eine Menge Arbeit, sowohl in der Beschaffung als auch in der Organisation“, sagte dazu Ulf Döhring, Leiter des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten.

Ihre Arbeit aufgenommen haben jetzt die Mitarbeiter des Landesamtes. Vier Stellen sind dabei für die Bearbeitung von aufenthaltsrechtlichen Fragen besetzt. Dazu kommt noch einmal Personal für die Poststelle und die Telefonzentrale. Ebenfalls ihre Wache bezogen haben die vier Polizisten, die jetzt ihren täglichen Dienst tun. „Die Büros sind richtig schön geworden“, freute sich Nicole Böckers, die die Dienststelle leitet. Die Aufgaben sind der Oberkommissarin nicht neu, denn sie hat zuvor in der Neumünsteraner Wache am Haart gearbeitet.

Die Sicherung des Geländes hat ein privater Wachdienst übernommen. Besetzt ist ebenfalls die medizinische Servicestelle. Hier beraten jetzt die Arzthelferin Jessica Pries und die Krankenschwester Jutta Roloff die Bewohner. Im Bedarfsfall werden die Patienten dann zum Arzt in die Zentrale Aufnahmestelle oder an einen Facharzt empfohlen. Für den Weg dorthin wie auch für Wege zu Ämtern und Behörden steht ein Shuttleservice zur Verfügung. Ein ärztlicher Dienst vor Ort soll eingerichtet werden und wird zurzeit noch ausgeschrieben. Der Betreuungsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat sein Personal ebenfalls in benötigter Anzahl rekrutieren können. Unter der Leitung von Maria von Glischinski sind hier zwölf Verfahrens- und Sozialberater, Freizeit- und Hausbetreuer im Einsatz. Angestrebt ist vom
DRK außerdem auch die enge Zusammenarbeit mit den beiden Boostedter Hilfsorganisationen sowie dem
örtlichen DRK und den Vereinen.

Ebenso eingerichtet hat sich das Catering-Team. In der ehemaligen Turnhalle, die jetzt als Speisesaal dient, erhalten die Bewohner täglich drei Mahlzeiten, die frisch zubereitet werden.

Zur weiteren Belegung ist geplant, dass ab Mitte April 100 Flüchtlinge auf dem Gelände Unterkunft finden und zum 1. Mai wird die, für die ersten sechs Häuser avisierte Bewohnerzahl von 350 Personen angestrebt. Danach, so der Plan, wird die Zweigstelle bis Jahresende auf eine Kapazität für 500 Bewohner aufgestockt.

Bis zur Einrichtung der Schule vor Ort werden in Boostedt nur Erwachsene und Familien mit nicht schulpflichtigen Kindern untergebracht. Eine Trennung nach Herkunftsland erfolgt in der Belegung nicht. „Damit haben wir in Neumünster gute Erfahrungen gemacht“, sagt Ulf Döring. Und er ist sich auch sicher, dass, wenn sich auch in Boostedt Flüchtlinge treffen, die die gleiche Sprache sprechen und sich gegenseitig informieren, der allgemeine Ablauf sich hier schnell einspielen wird.

 

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