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Boostedt : „Es ist ein gutes Gefühl, die Menschen glücklich zu sehen“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Café „Welcome“ wird von den Flüchtlingen gut angenommen. Kontakte, Gespräche und Deutschunterricht werden angeboten

Boostedt | Schaukeln, Kaffeeklatsch und Deutschunterricht: Nach dem ersten erfolgreichen Treffen vor zwei Wochen öffnete das Café „Welcome“ im Gemeinschaftshaus der Boostedter Kirchengemeinde nun zum zweiten Mal seine Türen für die Flüchtlinge.

Mit mehr als 50 Gästen nahmen nahezu alle derzeitigen Bewohner der Flüchtlingserstaufnahmestelle an dem zweistündigen Treffen teil. Initiiert werden diese 14-tägig angebotenen Treffen von der Hilfsinitiative Flüchtlingspartnerschaft Boostedt.

„Vom Ablauf her ist es so, dass wir zunächst eine Stunde zusammensitzen, Kaffee trinken und uns unterhalten. Danach bilden sich Gruppen, in denen dann wiederum eine Stunde lang Deutschunterricht angeboten wird. Andererseits kann aber auch einfach weiter sitzen und reden “, erklärte Waltraut Tarnow-Pahl, die gemeinsam mit Holger Reichardt die Organisation des Café-Treffs übernommen hat.

Unterstützung bekommen die beiden zurzeit von rund 20 weiteren Helfern, die Kuchen backen, eindecken, abwaschen, unterrichten, mit den Kindern spielen und als Gesprächspartner (und sei es mit Händen und Füßen) für die Gäste zur Verfügung stehen. „Es ist ein gutes Gefühl, die Menschen glücklich zu sehen. Und man freut sich selbst so, dass man fast heulen könnte“, erzählte Waltraut Tarnow-Pahl.

In der Erstaufnahmestelle haben unter anderem Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia, Syrien, Afghanistan, Tschetschenien, dem Kosovo und Armenien eine erste Zuflucht gefunden. Entsprechend lebhaft und vielsprachig geht es deshalb auch im Unterricht zu. Einige der Gäste sprechen Englisch, andere sogar ein bisschen Deutsch – es wird hin- und her übersetzt, doch am Ende wissen alle, was „Guten Morgen“, „Guten Tag“ und „Guten Abend“ bedeutet. „Wir machen hier keinen Schulunterricht. Wir wollen praktische Hilfe leisten, sodass die Flüchtlinge, wenn sie auf die Gemeinden und Kreise verteilt werden, erste Kenntnisse mitbringen und sie sich ein bisschen sicherer fühlen“, hieß es aus dem Kreis der Lehrer.

Und auch die wissbegierigen Schüler fühlen sich mit dieser Methode wohl. „Hier in Boostedt ist es super. Die Aufnahmestelle, das Café, die Leute. Es ist eine Möglichkeit, ein bisschen zur Ruhe zu kommen und eine Art von Normalität zu erfahren“, erklärte dazu Ilir Hoxha (46), der aus dem Kosovo flüchtete.

Für die Zukunft wünscht sich die Flüchtlingspartnerschaft, dass sich weitere Helfer und Unterstützer finden. Außerdem werden für den Deutschunterricht dringend Papier für Kopien, Schnellhefter und Stifte benötigt.

Weitere Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.kircheboostedt.de.

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