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Boostedt : „Es herrscht ein respektvoller Umgang“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Boostedter ließen sich durch die zentralen Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Neumünster am Haart führen. Die professionelle Arbeit beeindruckte.

Boostedt | Einen Eindruck von der Organisation einer Asylbewerberunterkunft verschafften sich am Donnerstag Mitglieder der Boostedter FWB und SPD, die Landtagsabgeordnete der Piraten Angelika Beer sowie einige Bürger. Sie besuchten die zentrale Erstaufnahmestelle am Haart in Neumünster. Hintergrund ist demnächst die Aufnahme von etwa 500 Flüchtlingen in Teilen der Rantzau-Kaserne.

Bei der Führung durch die Einrichtung erläuterten deren Leiter, Ulf Döhring, und die Dezernatsleiterin Katja Ralfs, der Gruppe hier die internen Strukturen. Vorgestellt wurden unter anderem die Polizeistation und die medizinische Versorgung sowie auch die Gestaltung der Unterbringung durch den Betreuungsverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Neumünster.

„Ich bin total begeistert von der Professionalität, mit der hier gearbeitet wird. Viele Fragen konnten ausgeräumt werden. Es herrscht ein respektvoller Umgang miteinander“, lobte im Anschluss an den Rundgang Boostedts zweite stellvertretende Bürgermeisterin Marina Weber (FWB), auf deren Initiative der Besuch zustande gekommen war.

Bedauerlich fand Marina Weber dagegen, dass die CDU diesem Termin ferngeblieben war. Auf Anfrage erklärte dazu der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Brückner, der sich an diesem Tag auf Geschäftsreise befand, dass es innerhalb der Fraktion Schwierigkeiten gegeben habe, den Termin zu besetzen. „Aber wir werden uns dieser Sache sicherlich auch annehmen“, sagte er weiter.

Positiv überrascht waren auch die SPD-Gemeindevertreterin Helga Heine sowie der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Erich Rupnow. „Natürlich wird diese Logistik in der Kaserne nicht gleich eins zu eins umzusetzen sein. Doch wenn das in Boostedt auch so rund läuft, dürfte es zumindest von der Organisation her keine größeren Probleme geben“, meinten sie übereinstimmend.

Für die Landespolitikerin Angelika Beer war es nicht der erste Besuch am Haart. „Ich kenne das hier. Wichtig war, dass uns die Polizei widerlegen konnte, dass es eine erhöhte Kriminalität mit den Asylbewerbern gibt“, sagte die Groß Kummerfelderin, die allerdings gleichzeitig für die Einwohnerversammlung am 8. Oktober die Anwesenheit des neuen Innenministers, wenn nicht gar des Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) forderte.

Letztlich zogen die Teilnehmer der Begehung also ein positives Resümee. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Und diese beziehen sich nicht nur auf den internen Ablauf in der Zweigstelle Boostedt, sondern vor allem auf das Umfeld, dass sich mit einem (wenn auch zeitlich begrenzten) Zuzug von 500 Menschen verändern wird.

„Im Zusammenhang mit der neuen Situation müssen alle Fragen gestellt
werden dürfen. Hier sollte niemand
mit seinen Anliegen hinter dem Berg halten“, sagte Marina Weber nach dem Rundgang.




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erstellt am 28.Sep.2014 | 07:00 Uhr

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