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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 13:07 Uhr

Es gibt noch freie Krippenplätze

vom

Kinder sollen "in fußläufiger Entfernung" einen Platz finden / Engpässe in der Innenstadt / Kaum Anträge auf Betreuungsgeld

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Neumünster | Wer noch keine Betreuung für sein unter dreijähriges Kind in Neumünster gefunden hat, dem macht Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth Mut: "Es gibt noch freie Plätze", teilte er gestern auf Nachfrage mit. Ab heute haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Beschwerden oder gar Klagen liegen der Stadt seinen Angaben zufolge nicht vor. "Ich schließe nicht aus, dass einige im Stillen vergrämt vor sich hin murmeln, aber die sollten sich lieber an die Verwaltung wenden. Gemeinsam finden wir eine Lösung", erklärte Humpe-Waßmuth. Selbstgestecktes Ziel sei es, für alle Kinder einen Betreuungsplatz "in fußläufiger Entfernung" zum Wohnort zu finden. Darunter versteht der Stadtrat einen Weg, den man in maximal 20 Minuten zu Fuß erreichen kann. Dabei will die Stadt dann auf die Wünsche der Eltern nach einer Kita oder einer Tagesmutter eingehen. "Manche wollen ihr kleines Kind gar nicht in eine institutionelle Einrichtung geben", betonte Humpe-Waßmuth. Grundsätzlich soll der Bedarf zu einem Drittel über Tagesmütter gedeckt werden. Wegen des langen Winters und damit verbundener Bau-Verzögerungen sind auch noch nicht alle Krippen fertig. Die Versorgungsquote liegt derzeit bei gut 30 Prozent; Ende des Jahres sollen 37 Prozent und 2014 40 Prozent der Kinder einen Platz bekommen können.

Engpässe sieht Humpe-Waßmuth vor allem noch in der Innenstadt. Hingegen gebe es in ländlicher geprägten Stadtteilen wie Einfeld oder Gadeland kaum mehr Nachfragen, sagte er. Aufschluss darüber, wo noch Angebote benötigt werden, soll die vor Wochen angelaufene Elternbefragung geben (der Courier berichtete). Sie ist abgeschlossen, und die Stadt wartet auf die Auswertung durch das Deutsche Jugendinstitut München und die Universität in Dortmund.

Einen Krippenplatz ergattert hat Helena Tibelius-Moser (31). Ihre Tochter Anastasia (2) wird ab heute im Kinder-Haus Gadeland betreut. "Ich freue mich sehr, dass das geklappt hat, weil ich dann weiter arbeiten kann", sagt die pharmazeutisch-technische Assistentin aus Gadeland. In dem Kinder-Haus entstanden zehn neue Plätze. Fünf davon sind laut Leiterin Anke Kandulski noch frei.

Ähnlich groß ist die Freude bei Paola Rausch (25) aus der Innenstadt. Sie ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Ihr Jüngster, Jonas Joél (10 Monate), kommt in zwei Wochen in die Kita Zwergenland an der Vicelinstraße. "Nur weil das geklappt hat, kann ich wieder im Callcenter arbeiten", sagt sie. In der Kita sind helle und freundliche Räume für 20 Kinder entstanden. Leiterin Elisabeth Dannenmann hat allerdings schon eine Warteliste vorzuweisen. "Vorrang für einen Platz haben immer Alleinerziehende oder Kinder von Eltern, die arbeiten", sagt sie. Auch Antonia Zahnow (24) hat davon profitiert. "Weil Elias hier einen Platz bekommen hat, kann ich mit einer Ausbildung anfangen", sagt sie glücklich.

Kaum nachgefragt von Eltern wird unterdessen das Betreuungsgeld (siehe Infokasten). Nach Auskunft von Christian Kohl aus dem Sozialministerium liegen beim Landesamt für Soziale Dienste in Kiel gerade einmal 35 Anträge vor. Allerdings betreut das Amt nicht nur Neumünster, sondern auch die Landeshauptstadt Kiel und den Kreis Plön. Wie viele Anträge direkt aus Neumünster kommen, konnte Kohl nicht sagen.

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