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Abo-Konzert : Es fehlte ein wenig die Leichtigkeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Pianistin Young-Choon Park spielte Werke von Beethoven, Haydn und Chopin im Theater in der Stadthalle

Neumünster | Mit einem Klavierkonzert in der Abonnementreihe „Notenschlüssel“ startete das Kulturbüro am Montagabend in die Theatersaison 2017/2018. Für das Auftaktkonzert war es den Verantwortlichen rund um Sünne Höhn gelungen, die in England lebende Südkoreanerin Young-Choon Park zu engagieren. Im Programmheft als Studentin der berühmten New Yorker Juilliard School und der Hochschule für Musik in München mit weltweiter Konzerterfahrung gepriesen, weckte die Pianistin das Interesse des Publikums.

280 Besucher waren ins Theater in der Stadthalle gekommen, unter ihnen auch Musikliebhaber, die sich von weiter her auf den Weg gemacht hatten. „Uns hat das Programm überzeugt“, sagte ein Plöner Ehepaar. Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Frédéric Chopin – das bekäme man selten in einem Konzert geboten.

Young-Choon Park verzichtete auf große Worte. Mit einer kurzen Verbeugung setzte sich die Künstlerin ans Klavier und gab sich ab diesem Moment ganz ihrem Spiel hin. Haydns Klaviersonate Es-Dur und Beethovens Klaviersonate As-Dur op.110 gehören zu den Spätwerken der beiden Klassiker. Sie bilden jeweils einen Höhepunkt im Schaffen der Komponisten, was sich in Länge, Komplexität und der technischen Schwierigkeiten beider Werke zeigt.

Young-Choon Park meisterte beide Sonaten, die insgesamt immerhin 40 Minuten reine Spielzeit in Anspruch nehmen, hochkonzentriert und technisch einwandfrei. Ihren Interpretationen fehlte es aber an Überzeugungskraft. In Haydns Sonate hätte man sich etwas mehr von der perlenden Leichtigkeit gewünscht, die im 3. Satz durchaus aufblitzte.

Ähnlich erging es dem Zuhörer mit der Beethoven-Sonate. Hier bot Young-Choon Parks Spiel zu wenig Möglichkeiten, die schwärmerische Stimmung der Werkes zu erfahren. Stimmungswechsel nach der Pause.

Mit den fünf Klavierstücken Frédéric Chopins, die die Pianistin nacheinander ohne Pause spielte, gelang es ihr vorzüglich, die verträumte Welt des Romantikers darzustellen. Besonders die Ballade g-Moll op. 23 und das Scherzo b-Moll op. 31 zeugten von Young-Choon Parks großer technischer Brillanz und ihrer Leidenschaft für das Klavierspiel. Das Publikum quittierte ihre Virtuosität mit staunendem Lob – „Wahnsinn!“, „Das ist ja unwahrscheinlich!“ – und lang anhaltendem Applaus.

Das nächste Abonnementkonzert findet am Montag, den 27. November, statt. Dann kommen die Cellisten des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters nach Neumünster. Karten für diese Veranstaltung gibt es im Kulturbüro und an der Abendkasse.

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