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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 23:42 Uhr

Ratsversammlung : Es bleibt bei der Lex Nortex

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bedenken von Gutachter, OB und CDU gegen Aufweichung des Einzelhandelskonzepts zogen nicht

Neumünster | Es bleibt bei der Lockerung von Sortimentsbeschränkungen für das Modehaus Nortex am Grünen Weg. Eine Ratsmehrheit aus SPD, BFB/Piraten, FDP, Linke und dem Grünen Thomas Krampfer verneinte am Dienstagabend die Bedenken des Gutachterbüros Junker + Kruse, von OB Dr. Olaf Tauras, CDU, den beiden Grünen Michael Schaarschmidt und Ralf Ketelhut sowie NPD-Ratsherr Mark Michael Proch. Die Kritiker sehen mit der Aufweichung das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt insgesamt in Gefahr.

Nortex darf nach aktueller Beschlusslage seine bisherige Verkaufsfläche für Schuhe von 800 auf 1600 Quadratmeter verdoppeln und auf weiteren 800 Quadratmetern künftig Parfümerie- und Drogerieartikel verkaufen. Dem benachbarten Edeka-Markt werden künftig 2200 statt bisher 1700 Quadratmeter Fläche für den Getränkeverkauf zugestanden.

„Die von uns allen sehr geschätzte Firma Nortex darf ihre Produktpalette deutlich erweitern“, sagte Tauras und nannte das eine „gute Nachricht – das wird der größte Schuhladen in ganz Schleswig-Holstein“. Widerspruch erheben er und die Gutachter aber dort, wo es gar nicht um das Geschäft von Nortex gehe. Bei einer Ausweitung der Flächen für Lebensmittel und Drogeriewaren wäre das ganze Einzelhandelskonzept hinfällig. Die von SPD-Fraktionschef Uwe Döring im Courier erhobene Kritik an „Winkelzügen von Gutachtern, selbst ernannten Experten und der Verwaltung“ nannte Tauras „unsachlich, ja populistisch“.

Döring hatte vor der Ratssitzung mit einem Bürgerentscheid gedroht und nannte das „nichts Undemokratisches“. Das Einzelhandelskonzept sei ein Konzept der Stadt und keine Bibel. „Wir sind nicht Gefangene des Gutachters“, sagte Döring.

Nach einer Umfrage des Einzelhandelsverbands zum Thema Großflecken mit gerade einmal sieben Teilnehmern könne Döring den Einzelhandelsverband Schleswig-Holstein und dessen Kritik nicht mehr als seriös bezeichnen. Das Einzelhandelskonzept solle nur um einen Punkt ergänzt werden und nicht außer Kraft gesetzt oder abgeschafft werden, so Döring: „Es gibt keine Präzedenzwirkung für andere Standorte.“

Die sieht die CDU sehr wohl. Man könne nicht Ausnahmen an einer Stelle erlauben, an anderer Stelle aber nicht. „Was ist der Unterschied zwischen dem Grünen Weg und dem Freesen-Center?“, fragte Hauke Hahn. „Wir wollen keine zweite Innenstadt am Grünen Weg“, sagte Helga Bühse. Nortex wolle Flächen am Grünen Weg von fremden Anbietern betreiben lassen, argwöhnte Ratsherr Gerd Kühl: „Das ist der Einstieg in ein weiteres Einkaufszentrum.“


 

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erstellt am 18.Sep.2014 | 05:30 Uhr

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