Rendswühren : Erster Hauswirtschafter auf Viehbrook

Hofbetreiberin Kirsten Voß-Rahe (von links), Brian Jahn als neuer Auszubildender der Hauswirtschaft, Sina Riecken, Betriebsleiterin Hauswirtschaft auf Hof Viehbrook, und Bildungsreferentin Ulrike Brouer von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, freuten sich über den neuen Ausbildungsplatz.
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Hofbetreiberin Kirsten Voß-Rahe (von links), Brian Jahn als neuer Auszubildender der Hauswirtschaft, Sina Riecken, Betriebsleiterin Hauswirtschaft auf Hof Viehbrook, und Bildungsreferentin Ulrike Brouer von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, freuten sich über den neuen Ausbildungsplatz.

Der Rendswührener Hof ist als Ausbildungsbetrieb für Ländliche Hauswirtschaft anerkannt. Brian Jahn aus Neumünster ist der erste Azubi.

shz.de von
29. Juli 2015, 07:00 Uhr

Rendswühren | Mit Wäschekorb und mediterranem Grillbüfett in eine spannende Zukunft? „Ja“, sagt der Neumünsteraner Brian Jahn. Auf Hof Viehbrook in Rendswühren will der 17-Jährige seinen Berufswunsch als Hauswirtschafter verwirklichen.

Als Hofbetreiberin Kirsten Voß-Rahe vom Rendswührener Hof Viehbrook im Mai die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb für Ländliche Hauswirtschaft in den Händen hielt und die frohe Nachricht ihrer Hauswirtschafts-Betriebsleiterin Sina Riecken mitteilte, dachten die beiden Frauen an alle mögliche Bewerberinnen für den neu geschaffenen Ausbildungsplatz. Nur an eines hatten sie nicht gedacht: Dass sich ein junger Mann bewerben könnte. Brian Jahn aus Neumünster stellte sich vor und erklärte, genau hier auf Hof Viehbrook den Beruf des ländlichen Hauswirtschafters erlernen zu wollen. „Der 17-jährige Hauptschüler hat sehr freundlich und glaubhaft erklärt, warum Hauswirtschafter genau die richtige Herausforderung und er der richtige Bewerber für die neue Lehrstelle sei“, meinte Kirsten Voß-Rahe beim Termin für die Vertragsunterzeichnung, bei der auch die Bildungsreferentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Ulrike Brouer, gratulierte.

„Friseur, Koch oder Pflegeberufe: Einige Praktika waren durchaus spannend, aber die richtige Herausforderung war nicht dabei“, erklärte Brian Jahn, der bereits einige Tage zur Probe auf Hof Viehbrook gearbeitet hat. Dass Hauswirtschafter alles andere als eine Notlösung für ländliche Berufsanfänger und Ausbildungssuchende ist, weiß nicht nur Bildungsreferentin Ulrike Brouer. „Hauswirtschaft bietet auch nach der Ausbildung interessante Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt“, bestätigte auch die Viehbrooker Betriebsleiterin der Hauswirtschaft, Sina Riecken.

Der angehende Hauswirtschafter muss in drei Jahren eine Menge Stationen durchlaufen, bevor er zur Prüfung antreten darf. Schrankwäsche für die Gästezimmer fertigmachen, Zimmer herrichten, Gäste begrüßen und betreuen, Töpfe schrubben, Speisen zubereiten, Küchenstress aushalten, wenn das Haus voll ist, die Tiere, Blumen und Küchenkräuter kennenlernen, mit Warenwirtschaftssystemen umgehen – die Liste der Ausbildungsaufgaben ist lang.

„Neben dem Berufsbild der Ländlichen Hauswirtschaft der Landwirtschaftskammer gibt es noch die über die Industrie- und Handelskammer angebotene Städtische Hauswirtschaft“, erklärte Ulrike Brouer. Im städtischen Bereich zählen zu den Ausbildungsbetrieben etwa Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. Im ländlichen Raum sind es eher Ferien- und Erlebnishöfe, Höfe mit Direktvermarktung, mi Hofcafés oder mit pädagogischer Ausrichtung, die als Ansprechpartner infrage kommen.

„Wir freuen uns ganz besonders, wenn wir wie jetzt mit dem Hof Viehbrook neue und junge Betriebe mit vielen Ideen für das spannende Ausbildungsprofil gewinnen können“, sagte Ulrike Brouer über den neuen Ausbildungsplatz.

Zurzeit bieten in Schleswig-Holstein neben den schulischen Einrichtungen 55 Betriebe Ausbildungsplätze an. Etwa 200 bis 250 Bewerber können pro Jahr inklusive der städtischen und schulischen Ausbildung mit einem Platz rechnen. Die Ausbildungsdauer und der Zugang zur Meisterqualifikation sind unter anderem von den schulischen Ausbildungsgängen abhängig. „Hier gibt es unterschiedliche Modelle, die auf die Bewerber zugeschnitten sind. Dazu gehört auch die Möglichkeit eines jährlichen Wechsels der Ausbildungsstellen, wenn dies gewünscht wird“, berichtete Brouer. Außerdem gibt es, wie jetzt im Oktober beginnend, die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Kompaktausbildung. Informationen über die Ausbildung und mögliche Förderungen gibt es über die Landwirtschaftskammer, Ulrike Brouer, Tel. 0 43 31/94 53-214, E-Mail: ubrouer@lksh.de oder Katja Fiehler, Tel. 0 43 31/94 53-248, E-Mail: kfiehler@lksh.de.  






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