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17. Dezember 2017 | 21:06 Uhr

Erster Grüner wird Stadtteilvorsteher

vom

Beirat in Einfeld wählt einstimmig Sven Radestock zum Vorsitzenden / Stellvertreterin ist CDU-Ratsfrau Sandra Weiß

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | Das gab es noch nie: Mit Sven Radestock stellen die Grünen erstmals einen Stadtteilvorsteher in Neumünster. Der 43-jährige NDR-Hörfunk-Redakteur wurde am Dienstagabend auf der konstituierenden Sitzung des Stadtteilbeirats in Einfeld als einziger Kandidat vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Die CDU, bei der Kommunalwahl stärkste Partei in Einfeld, mit drei Beiräten aber gleichstark vertreten wie die SPD, trägt den Polit-Neuling mit und begnügt sich mit dem Stellvertreter-Posten. CDU-Ratsfrau Sandra Weiß wurde hier ebenfalls einstimmig gewählt, Schriftführer ist Carsten Wiegmann (SPD). "Ich freue mich, dass wir so ein harmonisches Bild abgeben", sagte Radestock.

Der gebürtige Eutiner ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt seit 2000 in Einfeld, wo er sich auch im Kirchengemeinderat engagiert. Kommunalpolitisch ist er bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Er habe natürlich verfolgt, was in einem anderen Stadtteil vor sich ging, sagte Radestock, ohne die Kampfabstimmung und den Streit in Brachenfeld-Ruthenberg beim Namen zu nennen - "als ob es darum ging, einen König zu wählen". Radestocks Politikstil ist ein anderer: "Ich verstehe mich eher als Klassensprecher. Wir sind ein Team. Ich bin sicher, dass wir an einem Strang ziehen, und das in eine Richtung."

CDU-Beirat Benjamin Hebel bestätigte, dass es Vorgespräche gab, die Sven Radestock aber nicht als "Gemauschel" verstanden wissen will. Initiiert hatte die Gespräche Radestocks Vorgänger als Stadtteilvorsteher, Manfred Zielke (SPD). Sven Radestock sei in Einfeld bekannt wie ein bunter Hund und ein geeigneter Nachfolger. Zielke: "Politik findet im Rat statt, im Stadtteilbeirat geht es um Einfeld. So haben wir es immer gehalten." Ähnlich äußerte sich Sandra Weiß (CDU): "Die Situation in Einfeld ist anders als in Brachenfeld. Wir sind alle Einfelder, kennen uns und sind konstruktiv für den Stadtteil da." Sven Radestock sei ein guter Kandidat, "den können wir als CDU mittragen."

Der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Axel Westphal war selbst schon Stadtteilvorsteher in Einfeld und lobte die Wahl als "gute Lösung für Einfeld". Die SPD hätte einen Kandidaten aus den eigenen Reihen benennen können, aber dem habe das nicht in die persönliche Lebensplanung gepasst. Westphal: "Ich finde es ganz charmant, erstmals einen grünen Stadtteilvorsteher in Einfeld und Neumünster zu haben."

Das freut auch Michael Schaarschmidt, den Sprecher im Kreisvorstand der Grünen. "Das gute Wahlergebnis der Grünen schlägt sich jetzt auch bei der Verteilung von Funktionen nieder", sagte er. Die Grünen stellen mit Sami Inci erstmals einen Ausschussvorsitzenden (im Sozialausschuss) und nun sogar einen Stadtteilvorsteher. In der vergangenen Legislatur waren die Grünen in keinem einzigen Stadtteilbeirat vertreten. Der Kreisvorstand der Grünen habe aber keinen Einfluss auf die Gespräche genommen. Schaarschmidt: "Die wissen in den Stadtteilen am besten, wer geeignet ist, und sollen das unter sich ausmachen."

Als ersten Arbeitsschwerpunkt kündigte Radestock für den 11. September eine Radtour zu Verkehrsbrennpunkten wie der Uferstraße oder dem Radweg an der Kieler Straße an. Die Einfelder sind aufgerufen, weitere Problempunkte zu benennen.

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