Feuerwehr im Umbruch : Erste Wehren entscheiden über Fusion

Dr. Klaus-Peter Jürgens Stadtbrandmeister
Dr. Klaus-Peter Jürgens Stadtbrandmeister

Brachenfeld und Stadtmitte könnten zusammengehen. Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens kündigt Amtsaufgabe zum Herbst 2016 an.

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29. Juni 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Die Struktur des Brandschutzes in Neumünster wird auf neue Füße gestellt. Auf einer zweitägigen Klausurtagung im Rendsburger Jugendfeuerwehr-Zentrum beschlossen die Wehrführungen der sieben Freiwilligen Wehren, der Vorstand des Stadtfeuerwehrverbandes und der zum Branddirektor beförderte Chef der Berufsfeuerwehr, Sven Kasulke, am Wochenende die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Feuerwehr 2040“ mit Beteiligung der Politik und Verwaltung. Angesichts des weiter rückläufigen und älter werdenden Mitgliederbestandes bei den Freiwilligen Wehren soll das Gremium Maßnahmen erarbeiten, um die bisherige Leistungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens (62) kündigte seinen Rückzug im Herbst 2016 an. Er ist dann fast 25 Jahre im Amt.

Nun geht es in erster Linie um zwei Dinge: die Nachfolge von Jürgens und die Fusion von Wehren. „Wir haben eine sehr intensive Diskussion angestoßen, die so im Land noch nicht in Gange ist“, sagte Jürgens gestern zum Courier. Alle Wehren hätten konstruktive Vorschläge eingebracht.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wird die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte in der kommenden Woche vermutlich darüber entscheiden, ob sie im Herbst mit der Brachenfelder Wehr zusammengeht. Dann steht die Neuwahl des Wehrführers von Stadtmitte an. Brachenfeld und Stadtmitte rücken schon heute gemeinsam aus. Die Brachenfelder Wehr hat die wenigsten Mitglieder im Stadtfeuerwehrverband. In der Diskussion ist auch der Zusammenschluss der beiden Tungendorfer Wehren ins Wehrhaus von Tungendorf-Dorf. Sie fahren ebenfalls bereits gemeinsame Einsätze und „kriechen mit einem hervorragenden Ergebnis immer weiter zusammen“, sagte Jürgens. Ihm ist eine Sache ganz wichtig: „Es wird niemand zur Fusion gedrängt. Die Wehren treffen die Entscheidungen selbst.“

Das gilt auch für Gadeland und Wittorf. Weil das Wittorfer Wehrhaus zu klein und marode ist (der Courier berichtete), sind derzeit zwei Optionen im Gespräch: der Neubau eines gemeinsamen Wehrhauses im Industriegebiet Süd oder der Ausbau der Wehr Gadeland zur Wehr Süd, die dann in Wittorf eine Löschgruppe erhält.

Noch unklar ist, wer die Nachfolge von Jürgens übernimmt. Angesichts der in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegenen Arbeitsbelastung findet sich kein Interessent. Nicht unwahrscheinlich ist daher, dass ein hauptamtlicher Stadtbrandmeister eingesetzt wird, der dann auch die Geschäftsführung vom verstorbenen Klaus Maisel übernimmt. Die Gespräche dazu laufen.

Die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren ist auch Thema im Brandschutzausschuss am 21. Juli im Lehrsaal der Neuen Feuerwache im Gefahrenabwehrzentrum.

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