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Holsteinischer Courier

19. November 2017 | 02:31 Uhr

Neuheit : Erste Teststrecke für Rollator-Nutzer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Haus Berlin wurde gestern der weltweit erste Rollator-Erfahrungspark eröffnet. Senioren zeigten sich sehr zufrieden

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Mit einem großen Aktionstag wurde gestern nach nur 14-tägiger Bauzeit der weltweit erste Rollator-Erfahrungspark auf dem Gelände des Seniorenheimes Haus Berlin am Pestalozziweg 22 eröffnet.

„Wir wollen die Rollatoren von ihrem verstaubten Image befreien und zu anerkannten Alltagsbegleitern machen. Denn ein Rollator bedeutet Mobilität und damit die aktive Teilhabe am öffentlichen Leben“, erklärte die Ideengeberin und Leiterin der IBAF-Fachschule für Motopädagogik in Tungendorf, Cornelia Schlick, in ihrer Ansprache vor rund 80 Gästen.

Doch da man natürlich ungern in der Öffentlichkeit, zum Beispiel auf dem Großflecken, das Überwinden einer Stufe übt, bedurfte es eines geschützten Raumes, erläuterte sie weiter. In diesem Sinne hat die Schule engagierte Kooperationspartner gefunden: das Haus Berlin, die Graf-Recke-Stiftung, das Seniorenbüro der Stadt und den Kreissportverband. „Wir verstehen die neue Einrichtung als Quartiersarbeit für den Stadtteil. Aber das Gelände steht natürlich jedem Interessierten zur Verfügung. Denn dieses Projekt kann auch für andere Städte und Gemeinden bundesweit einen Pilotcharakter haben“, erklärte Haus-Berlin-Geschäftsführer Jürgen Büstrin.

Ebenfalls als wichtige, zukunftsorientierte Einrichtung bezeichneten Christiane Johannsen (stellvertretende Leiterin des Seniorenbüros), Eggert Rohwer (Geschäftsführer des Kreissportbundes) und der scheidende Erste Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth die Anlage. „Für eine aktive Altersplanung in der Stadt brauchen wir solche Initiativen. Denn der größte Wunsch der älteren Generation ist es immer, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können“, sagte Humpe-Waßmuth.

Auf der 75 Quadratmeter großen Anlage können nun Rollator-Nutzer aus dem ganzen Bundesgebiet quasi wie auf einem Verkehrsübungsplatz den sicheren Umgang auf unterschiedlichen Untergründen wie Asphalt, Kopfsteinpflaster oder Rasen trainieren.

Die ersten Nutzer fanden sich natürlich schon gleich im Anschluss an die Eröffnung ein. „Wir sind sehr zufrieden. Ein solcher Parcours gibt Sicherheit. Und vor allen Dingen kann man hier in Ruhe üben, ohne sich beobachtet zu fühlen“, lautete unter anderem das Lob von Karl-Heinz Kripps (75), nachdem er seine erste Runde durch das Gelände gedreht hatte.

Zum Aktionstag waren außerdem die Stadtwerke mit einem Stadtbus vor Ort. So konnten die Rollator-Nutzer ihre neuen Kenntnisse auch gleich an einem praktischen Beispiel ausprobieren. „Ich hätte nicht gedacht, dass das Einsteigen von rückwärts viel einfacher geht als von vorwärts“, erklärte Marita Feller (77) nach dieser Übung erstaunt.

Geboten wurden an diesem Nachmittag zudem mehrere Fachvorträge sowie Informationen zur sinnvollen Ausstattung eines Rollators. „Dieser sollte nach Möglichkeit eine Ankipphilfe haben. Eine abnehmbare Tasche ist praktisch. Ebenfalls ratsam ist auch eine Klingel sowie Reflektoren für die dunkle Jahreszeit“, lautete hierbei der Rat der Motopädagogin Nicole Pingel.

Der kleine Park ist Teil des Modellprojektes „Komm mit – Mach mit – nimm den Rollator mit – eine Stadt rund um den Rollator“, gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung, bei dem die IBAF- Fachschule die Federführung hat. Ermöglicht wurde er durch neun Sponsoren und die „Aktion Mensch“.

Für Fragen und Anmeldungen steht Cornelia Schlick Interessierten telefonisch donnerstags in der Zeit von 10 bis- 14 Uhr unter Tel. 30 00 29 zur Verfügung. Informationen gibt es zudem dienstags zwischen 14 und 16 Uhr im Haus Berlin unter Tel. 20 50.

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