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Neumünster : Erste Pläne für Gebäude der alten Hindenburg-Kaserne

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der brach liegende Teil der ehemaligen Hindenburg-Kaserne könnte schon bald bebaut werden. Ein Verbindungsweg zum Hansaring ist in Planung.

Neumünster | Fast zehn Jahre nach dem Auszug der Bundeswehr aus der Hindenburg-Kaserne gibt es auch für den noch brachliegenden Teil zwischen Färber- und Carlstraße neue Hoffnungen. „Wir haben erste Gespräche mit Interessenten geführt, die dort Wohnungen oder nicht störendes Gewerbe ansiedeln wollen“, sagt Marcel Schmidt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Kiel. Die Bima verwaltet das 105.000 Quadratmeter große Gelände. Der ehemalige technische Bereich der Kaserne gehört bereits seit einigen Jahren der Stadt. Dort ist das Gefahrenabwehrzentrum (Gaz) mit der neuen Feuer- und Rettungswache angesiedelt.

Die Entwicklung und Vermarktung stelle eine sehr komplexe Herausforderung dar, sagt Schmidt. Mehrere Punkte müssten berücksichtigt werden, etwa Emissionsbelastungen vom Gaz, die Verkehrs-Erschließung sowie die veraltete technische Infrastruktur. Zudem ist der Boden bekanntlich mit Milzbrand und chemischen Substanzen verseucht. Die Stadt erstellt dazu gerade eine Zusammenfassung der vorliegenden Untersuchungsergebnisse, sagt Schmidt: „Milzbrand ist heute aber nicht mehr das Schreckgespenst. Ein Investor will aber wissen, was er für die Beseitigung ausgeben muss.“ Der Zustand der Gebäude ist seinen Angaben zufolge unterschiedlich: „Einige muss man bestimmt abreißen, aber die drei Blöcke der Mannschaftsunterkünfte an der Färberstraße könnte man vielleicht sanieren.“

Die Bima sieht gute Chancen, das Areal schnell an einen oder mehrere Investoren zu verkaufen, sobald die Altlastenuntersuchungen abgeschlossen sind. Dies soll bis zum Sommer der Fall sein. „Neumünster hat sich prima entwickelt und liegt zentral. Wir merken, dass die Nachfrage nach Bauplätzen steigt“, sagt Schmidt, der das ehemalige Kasernengelände auch auf der Immobilienmesse Expo Real im Oktober in München vorstellen will. Einen Kaufpreis nennt er nicht: „Ausschlaggebend sind hier Faktoren wie die geplante und zulässige Art und Intensität der Bebauung, mögliche gegenzurechnende Kosten für die Altlasten- und Gebäudesanierung oder die Schaffung von Planungs- und Baurecht.“

Letzteres gibt es derzeit nicht. „Das Gelände ist so etwas wie ein planungsrechtlicher weißer Fleck auf der Landkarte“, erklärt Ute Spieler, Chefin der Stadtplanung im Rathaus. Der Bestandsschutz für das militärische Gelände sei mit dem Auszug der letzten Soldaten erloschen. Abhängig von den Plänen der Investoren müsste der Flächennutzungsplan geändert werden, um Baurecht zu schaffen. Die Stadt würde es begrüßen, wenn dort Wohnungen oder Gewerbebetriebe entstünden, sagt Ute Spieler. Das würde auch zu den Plänen für das Umfeld des Geländes passen.

Die Färberstraße soll zwar Sackgasse für Fahrzeuge bleiben, allerdings ist vom Ende der Straße bis zum Hansaring ein Fuß- und Radfahrweg entlang der Bahntrasse geplant. Der Auftrag hierfür sei ausgeschrieben, sagt Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Tiefbau und Grünflächen. Außerdem will die Stadt das ehemalige Offiziersheim sowie weitere Kasernen-Gebäude westlich der Färberstraße verkaufen. Die kaufte die Stadt 2008 zusammen mit dem technischen Bereich für 350.000 Euro von der Bima, um das Gaz zu errichten. „Hier könnten Büros und Praxen entstehen. Das würde in das bestehende Wohnumfeld des Gebietes passen“, sagt Ute Spieler.

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erstellt am 11.Feb.2015 | 05:30 Uhr

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