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Alte Holstenbrauerei : Erste Jugendberufsagentur für Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Einrichtung bündelt Beratung von Jobcenter, Arbeitsagentur und anderen Trägern unter einem Dach.

von
erstellt am 01.Mär.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Die erste Jugendberufsagentur (JBA) Schleswig-Holsteins ist gestern in Neumünster eröffnet werden. Den Startschuss gaben Bildungsministerin Britta Ernst, die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann, und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras.

In der JBA arbeiten Experten aus der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem Allgemeinen Sozialen Dienst, dem Schulamt und den drei beruflichen Schulen der Stadt gemeinsam an einem Ziel: Alle wesentlichen Beratungs- und Vermittlungsangebote für Menschen bis 25 Jahre unter einem Dach zu bündeln. Die Jugendlichen müssen künftig in Neumünster nicht mehr von Behörde zu Behörde tingeln, was oft eine Hemmschwelle war. Die Beratung und Unterstützung läuft nun Hand in Hand, egal ob es um Schule, Ausbildung, Studium, Beruf, Jobsuche oder finanzielle Hilfen geht.

Margit Haupt-Koopmann nannte dazu ein praktisches Beispiel: „Wenn junge Leute in der Schuldenfalle gar nicht den Kopf frei haben für die Ausbildung, ist es hilfreich, wenn es dazu in der Jugendberufsagentur zwei Türen weiter einen Ansprechpartner gibt.“

„Trotz niedriger Arbeitslosenquoten und einem leichten Plus bei den Ausbildungsstellen schaffen viele Jugendliche nicht den direkten Weg in Ausbildung und Beruf“, sagte Ministerin Britta Ernst. Mehr als 7000 junge Menschen im Norden stecken in der Warteschleife von berufsvorbereitenden Maßnahmen. Sie beobachte mit Sorge, dass inzwischen fast acht Prozent die Schulen ohne Abschluss verließen, sagte Britta Ernst.

„Wir brauchen die jungen Leute als Fachkräfte. Keiner darf verloren gehen“, sagte Margit Haupt-Koopmann. Trotz einer Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit seien immer noch 10  000 junge Menschen ohne Job. Die Hälfte davon hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. „Das sind die Langzeitarbeitslosen von morgen“, sagte sie.

In Neumünster hat die Zusammenarbeit der Träger eine lange Tradition, und die Jugendberufsagentur hat eine breite politische Unterstützung. Oberbürgermeister Tauras beeindruckte das Tempo, mit dem es gelang, die Jugendberufsagentur aus der Taufe zu heben. Seit dem einstimmigen Beschluss der Neumünsteraner Ratsversammlung im Sommer 2015 brauchte es bis zur Eröffnung nur sieben Monate.

Ministerin Britta Ernst: „Sie in Neumünster sind Pioniere. Viele werden schauen, was Sie leisten werden.“ Vergleichbare Einrichtungen sind in Pinneberg, Nordfriesland und Kiel geplant.

 

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