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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 15:20 Uhr

premiere : Erste Frau als Landes-Innungschefin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bäckermeisterin Maren Andresen (43) steht den fünf Regionalverbänden mit 230 Betrieben im Lande vor / EU-Themen sind für die Bäckerbranche ein Problem

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 15:00 Uhr

Eine besondere Personalie gab es jetzt auf dem Landesverbandstag der Bäckerinnungen: Maren Andresen, Bäckermeisterin und Unternehmerin, wurde zur Landesinnungsmeisterin gewählt. Damit ist die 43-Jährige, die mit ihrem Mann Stefan (44) die Bäckerei Andresen leitet, die erste Frau bundesweit auf diesem Posten. „Ich war im Vorstand bisher die einzige Frau; der Vorschlag für meine Kandidatur kam von den Herren“, sagt sie lachend. Damit steht sie den fünf Innungen im Lande mit 230 Betrieben in den nächsten fünf Jahren vor.

Die Arbeit im Landesvorstand ist der gebürtigen Kielerin, die seit 1992 in Neumünster lebt, nicht fremd. Bereits seit sechs Jahren ist sie Landeslehrlingswartin und wirkte mit an der Vereinheitlichung der Prüfungsrichtlinien für Lehrlinge im Verkauf. „Die Anforderungen werden immer spezieller, Bäckereiverkäufer kann nicht jeder werden“, sagt Maren Andresen. Denn im Vergleich zu früher gebe es immer mehr Vorschriften bei der Hygiene, aber auch Allergene und Unverträglichkeiten. Dass die Verkäufer den Kunden eine genaue Produktinformation geben können, werde immer wichtiger. Geprüft werden die Lehrlinge jetzt einheitlich von Flensburg bis Norderstedt. „Das gesamte Berufsbild hat sich gewandelt“, stellt die frischgebackene Landesinnungsmeisterin fest.

Auf ihrem Posten gilt es, in Zukunft die Interessen der Bäcker im Lande zu vertreten. Das bedeutet Lobbyarbeit, die Kontakte zur Landwirtschaftskammer, den Schulbehörden, den Landespolitikern und Ordnungsämtern zu pflegen und bei sachlichen Problemen mit Know-How zu helfen. Auch Öffentlichkeitsarbeit gehört mit zum neuen Aufgabengebiet – bei Aktionen wie dem Start in die Stollensaison, der Kampagne „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ oder ähnlichem wird Maren Andresen dabei sein. Auch die Probleme, die die Bäckerbranche betreffen, wird sie als Landeschefin zum Zentralverband kommunizieren. Das sind Themen, die sie von ihrem Betrieb mit 180 Mitarbeitern und 19 Filialen kennt wie die Umlage für erneuerbare Energien, die einige Betriebe an ihre Grenzen stoßen lässt. „Die Stromkosten sind in zehn Jahren um das Zehnfache gestiegen“, sagt sie. Auch EU-Reglementierungen sind in der Branche umstritten, wie beispielsweise die Salzmenge im Brot. „1,6 Prozent im Endprodukt – das ist nicht wirklich wohlschmeckend.“ Der neue Posten bedeutet, dass die Mutter von zwei Kindern im Alter von 15 und elf Jahren des öfteren auf Tour im ganzen Land oder auch in Berlin sein wird. „Ich wusste, was auf mich zukommt, ich freue mich darauf. Mitzugestalten und zu lenken, ist eine verantwortungsvolle und interessante Aufgabe“, sagt sie.

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