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Wettervorhersage : „Erst nach der Köste regnet es wieder“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fernseh-Meteorologe Niko Renkosik ist zu Besuch in seiner Heimatstadt und hat das Köstenwetter fürs Wochenende analysiert.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | 22 Grad, ein angenehmer Sonne-Wolken-Mix und auf jeden Fall trocken: Wer gemütlich ohne Regen- oder Sonnenschirm über die Köste schlendern möchte, für den ist heute nach Aussage des Diplom-Meteorologen Niko Renkosik der ideale Tag. „Es gibt kein Computermodell, das Regen ankündigt“, sagt der 32-Jährige gebürtige Neumünsteraner, der seit 2012  für die Meteo-Group in München die Wettervorhersagen für die ARD (Tagesthemen, Wetter vor Acht,  WDR, NDR, SWR und RBB) macht. An diesem Wochenende ist er in seiner Heimat auf der Holstenköste und bei seinen Eltern in Gadeland.

Mit Wettermodellen kennt sich Renkosik aus, ob es nun das europäische  („das genaueste“), das amerikanische, das deutsche  oder das britische ist.  Schon als Kindergartenkind interessierte er sich für Sonne, Wolken, Regen, Sturm und Schnee. Mit 13 bekam er von seinen Eltern die erste Wetterstation geschenkt. Seit er 14 Jahre alt ist, betreibt er eine  fast professionelle Station in Gadeland. Die Daten sendet seitdem ein Computer automatisch an Renkosiks Internetseite Internetwetter.de. Auch das Hobby-Meteorologen-Netz in Schleswig-Holstein hat der ehemalige Klaus-Groth-Schüler mitgegründet. Und seit 2004 tauchte er regelmäßig mit Prognosen und Fachwissen in Courier-Berichten auf.

Wie wohl jeden Meteorologen faszinieren Renkosik die extremen Lagen. „Das klassische Sommer-Sonnen-Wetter ist eher langweilig. Ich würde gerne mal einen Tornado live sehen“, sagt Renkosik. Ein schweres Gewitter mit vielen Blitzen erlebte er  in der Schweiz: „Und das war wirklich imposant!“

Für das Holstenkösten-Wochenende kann der Wetterfachmann quasi gesicherte Prognosen abgeben. „Regen gibt es erst wieder nach der Köste“, sagt er. Am Sonntag  braucht man eine Sonnenbrille, dann werden Temperaturen von bis zu 28 Grad erreicht. Der Tag wird sehr freundlich mit nur vereinzelten Wolken. Allerdings gibt es zum Abend hin bei Südwest-Wind ein kleines Gewitterrisiko: „Die  Gewitter werden aber wohl erst nach 18 Uhr entstehen“, meint Renkosik.

Doch gerade  Blitz und Donner stellen ihn und seine rund 100 Kollegen, die für Funk und Fernsehen in Deutschland tätig sind, vor Herausforderungen. „Die treten sehr oft lokal auf und lösen sich dann ganz schnell wieder auf. Es ist extrem schwierig, dafür genaue Vorhersagen zu machen.“ 

Wenn eine Prognose mal nicht stimmt, ärgert ihn das sehr.   So wie am vergangenen  Wochenende: „Ich gebe  freitags  auf einer Wetterturnier-Seite  für Meteorologen im Internet öfter mal Tipps für das Wetter in einzelnen europäischen Metropolen am Wochenende ab. Für Berlin lag ich da total daneben, weil sich die Strömungen spontan geändert haben.“

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