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Padenstedt : Erst ließ er, dann ließ sie nicht locker

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ulla und Horst Sterl feiern heute das Fest der diamantenen Hochzeit. In der Tuchfabrik Julius Bartram lernte das Paar sich kennen.

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erstellt am 15.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Padenstedt | Wenn Ulla (81) und Horst Sterl (83) heute zurückblicken, liegen 60 Jahre gemeinsamen Lebens hinter ihnen. Am 15. November 1957 gaben sich die beiden Padenstedter das Jawort. Heute feiern sie das Fest der diamantenen Hochzeit.

„Ulla fiel mir gleich auf, als sie 1954 bei Julius Bartram anfing zu arbeiten“, erzählt Horst Sterl von den ersten Begegnungen mit seiner späteren Frau. Die zupackende Art der 18-jährigen Ulla Reinhardt, wie sie damals noch hieß, hatte es dem gelernten Tuchmacher sofort angetan. Auf einem Betriebsfest kamen sich die beiden näher, fanden Gefallen aneinander und hatten gleich ein Problem: Ulla Reinhardts Vater, der ebenfalls bei Bartram arbeitete, beobachtete die beiden mit Argusaugen. Doch Horst Sterl ließ nicht locker. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren hatte der 1934 in der Walkerstraße geborene Neumünsteraner gelernt, dass man „sein Leben in die Hand nehmen muss“. Beharrlich verfolgte er sein Ziel, „seine Ulla“ zu treffen. Einmal in der Woche gingen die beiden gemeinsam ins Kino, an den Wochenenden trafen sie sich mit Ingrid und Günther Stölting. „In der ,Harmonie‘ leisteten wir uns am Abend eine Flasche Wein für vier Personen. Das war damals totaler Luxus für uns“, erinnert sich Ulla Sterl, die sich noch heute gerne mit Freundinnen trifft, „um zu klönen“.

1955 ging Horst Sterl auf Wanderjahre nach Aschaffenburg, und nun war es seine Freundin, die nicht locker ließ: Ulla Reinhardt besuchte ihren Horst, wann immer es möglich war. Am 15. November 1957 feierten die beiden Hochzeit. Ein Jahr später wurde Sohn Andreas geboren. Anfangs bewohnte die kleine Familie ein Zimmer mit Küchennutzung im Haus von Horst Sterls Vater. Zwei Umzüge und sieben Jahre später war der Traum vom Eigenheim Wirklichkeit geworden. 1965 zogen die Sterls nach Padenstedt in die Jubastraße. Zwei Jahre zuvor hatte Tochter Martina das Licht der Welt erblickt.

„Wir waren glücklich, auch mit wenig Geld. Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten wurden eingekocht, unsere Kleidung habe ich zum größten Teil selbst angefertigt“, erzählt die gelernte Damenschneiderin.

Überall im Land ging es wirtschaftlich bergauf. Auch bei den Sterls. Horst Sterl war inzwischen zum technischen Betriebsleiter aufgestiegen, das eigene Auto stand vor der Tür und an den Wochenenden erkundete die Familie Schleswig-Holstein. Andreas und Martina besuchten die Holstenschule. Horst war bis zur Schließung von Julius Bartram 1992 in der Tuchfabrik tätig, Ulla arbeitete im Handarbeitsgeschäft „Ernanny Brinkmann“ am Kuhberg. Beide haben lange Zeit aktiv Sport getrieben. Bis heute bewirtschaften sie ihren Garten und treffen sich regelmäßig mit Freunden zum Skatspielen, Klönen und Feiern, meistens mit von der Partie: Ingrid und Günther Stölting.

Nach dem Geheimnis einer langen, erfüllten Beziehung befragt, sind sich die beiden schnell einig: „Wir wollten gemeinsam eine Familie aufbauen, die es gut haben sollte. Dafür braucht man eine gesunde Mischung aus Freiräumen und gemeinsamen Aktivitäten“, sind sich Ulla und Horst Sterl sicher. 60 gemeinsame Jahre geben ihnen recht. Ihr Jubelfest feiern die beiden mit der gesamten Familie, dazu gehören inzwischen auch sieben erwachsene Enkelkinder, und vielen Freunden im Alten Rauchhaus in Padenstedt.


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