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Rendswühren : Erst gegen 8 Uhr war das Feuer aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Firmenchef Joachim Blunk geht von einem technischen Defekt als Brandursache aus und schätzt den Schaden auf bis zu 1,5 Millionen Euro.

Rendswühren | Es war ein riesiges Feuer, das die Dorfgemeinschaft und sieben Wehren eine ganze Nacht lang in Atem hielt: Nach 13 Stunden Kampf gegen die brennenden Holzhackschnitzel auf dem Gelände der Firma Blunk konnten gestern morgen gegen acht Uhr die letzten Feuerwehrleute abrücken. Das Großfeuer wurde in die Alarmstufe vier eingeordnet. „Es waren 150 Feuerwehrleute aus sieben Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz, darunter eine Schnelleingreifgruppe aus dem Kreis Plön“, erklärte Gerhard Bock, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Plön.

Am Donnerstagabend gegen 18.30 Uhr rückten die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren auf dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb an. Mit monitorüberwachten Strahlrohren und mit Atemschutzgeräten gingen die Ehrenamtler in Schichten gegen das Feuer vor. „Weder Mensch noch Tier sind verletzt worden, das ist das Wichtigste“, sagte Firmenchef Joachim Blunk (62) dem Courier gestern. Der finanzielle Schaden ist dagegen immens: Eine bis eineinhalb Millionen Euro sind nach Schätzungen des Unternehmers in Flammen aufgegangen. „Es waren ja nicht nur knapp 13 Kubikmeter Holzhackschnitzel, die gebrannt haben. Die ganze Halle samt der Photovoltaikanlage, die das halbe Dorf mit Strom versorgt, stand in Flammen“, so Blunk. Er vermutet, dass an dem Förderband, auf dem die Holzschnitzel in der Halle zu riesigen Bergen aufgetürmt werden, ein Defekt das Feuer ausgelöst hat. „Daraufhin hat das Holz getan, wofür es produziert wurde: Es brannte.“

Holzhackschnitzel sind kleine Holzstücke, die aus Baum- und Knickholz gehäckselt werden, um als Brennmaterial verkauft zu werden. Im Frühjahr wird das Holz zerkleinert, über den Sommer getrocknet und im Herbst verkauft. „Die Rauchschwaden haben wir bereits von der Plöner Straße aus gesehen, als mein Sohn und ich im Auto saßen und gerade aus Eutin kamen“, erzählte der vierfache Vater. Erst nachts um halb zwei hat sich der Unternehmer ins Bett gelegt und die Betreuung an Sohn Henrik Blunk abgegeben. „Wir haben die Feuerwehrleute versorgt, so gut wir konnten. In einer Scheune haben wir lange Tische aufgebaut, Würstchen gemacht und Getränkekisten herangeschafft.“ Der Einsatz hat sich zu einer Dorfaktion entwickelt: „Es gab Loyalität ohne Ende. Die Frauen haben nachts Brötchen geschmiert, und meine Mitarbeiter haben Wasser aus anderen Teichen geholt, um den Löschteich aufzufüllen.“ Der auf dem Betriebsgelände liegende Teich drohte nämlich, leer gepumpt zu werden. 27 Millionen Liter Wasser sind insgesamt durch die Schläuche geflossen, um den Großbrand zu löschen. „Das war wie früher, als bei einem Brand alle zusammen gearbeitet haben“, meinte der Firmengründer.

Obwohl die letzten Feuerwehrleute gestern morgen gegen acht Uhr abrücken konnten, werden die haushohen Holzschnitzelberge weiterhin von einem firmeneigenen Bagger umgewälzt. „An manchen Stellen qualmt es noch, und wir wollen vermeiden, dass sich Glutnester bilden. Ich werde das ganze Wochenende die Berge kontrollieren“, erklärte der gelernte Schlosser und Landwirt Joachim Blunk. „Es kann durchaus sein, dass sich erneut etwas entzündet und eine Wehr ausrücken muss“, meinte Gerhard Bock. Ein großer Teil des Heizmaterials wurde mit Radladern aus der Halle geschafft und draußen abgelöscht. Durch das ständige Umwälzen mit dem Bagger vermischt sich das feuchte Holz mit der Asche. Was nun mit dem Material geschieht, weiß der Chef noch nicht genau.

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